KNX Verkabelung ganz einfach erklärt

Geschätzte Lesezeit: 8 min
KNX Verkabelung

Mich erreichen immer wieder Fragen zu den Grundlagen der KNX Verkabelung. „Wie geht das jetzt mit den Leitungen?“ „Wohin ziehe ich 230 V und wohin mit der KNX-Busleitung?“ „Welche Anschlüsse hat ein Aktor, welche ein Sensor?“ Und so weiter und so fort… Im heutigen Artikel geht es also um das grüne Kabel. Wohin legst du die KNX-Leitung? Wie wird sie verlegt, sternförmig oder als Baum? Wie gehst du aus dem Stromkasten? Ich erkläre heute alle Fragen, die du mit dem Kabel in der Hand auf der Baustelle haben wirst.

Was ist der Unterschied zwischen der standard Verkabelung und einer KNX Verkabelung?

Die erste Frage die sich jeder angehende KNX’ler stellt. „Was muss ich anders machen?“ Es gibt nämlich einen gravierenden Unterschied zwischen einer KNX Verkabelung und einer standard elektro Installation. Um diesen Unterschied zu verstehen, gehe ich zuerst mal ganz kurz auf eine standard Installation ein. Elektriker und andere die das schon kennen, sollten den nächsten Abschnitt einfach überspringen.

Beispiel einer standard elektro Installation

KNX verkabelung - standard elektro installation
Von der Sicherung wird direkt eine Steckdose versorgt. Im Zimmer wird verzweigt und die 230V gehen durch den Schalter zur Lampe.

Ich halte die Zeichnungen extra einfach. Ich will das hier ja nicht zu einem Kurs für angehende Elektriker machen. Also fangen wir mal mit einer ganz normalen Installation an: eine Lampe an der Decke und eine Steckdose.

Bei der einfachen Hausinstallation wird eine Zuleitung von einer Sicherung zu jedem Raum gezogen. Im diesem Raum zweigt der Elektriker dann die Steckdosen und die Beleuchtung ab. Während die Steckdosen direkt und meist in Reihe versorgt werden, also eine hinter der anderen. Geht die Zuleitung für das Licht erst zum Schalter. Von dort aus geht es dann weiter zur jeweiligen Lampe. So ist sichergestellt das alles versorgt wird und der Arbeitsaufwand minimal ist.  Wird der Schalter umgelegt, leitet er die 230V an die Lampe weiter und diese leuchtet. Natürlich wird alles noch geerdet und manchmal verwendet man auch zwei Sicherungen pro Raum, aber belassen wir es bei dieser einfachen Installation.

Beispiel einer KNX-Verkabelung mit den selben Verbrauchern

KNX Verkabelung, ein Beispiel
Das Bild zeigt einen zusätzlichen „KNX-Schrank“.
Blaue Leitung – 230 Volt Versorgung für die Verbraucher.
Grüne Leitung – KNX Verkabelung der Sensoren (Taster) und Aktoren.

Willst du eine KNX Verkabelung, musst du mehr Leitungen ziehen und wahrscheinlich noch einen zusätzlichen Schrank installieren.  Fangen wir mal mit dem KNX-Schrank an. Hier kommen bei der zentralen KNX-Installation die Spannungsversorgung und die Aktoren hinein. Von hier aus werden dann die einzelnen Verbraucher mit 230V versorgt. Ein Aktor hat einen Bus-Anschluss und mehrere Ein- und Ausgänge für die 230V Versorgung. Ich hab hier wieder die Lampe und die Steckdose an eine Sicherung gehangen, genau so wie im oberen Bild. In der Praxis würdest du das trennen. Ein Sensor, zum Beispiel der Taster im Raum, hat nur den Bus-Anschluss an den die grüne KNX-Busleitung angeschlossen wird.

Die KNX-Spannungsversorgung wandelt die 230V Eingangsspannung in eine 39V Ausgangsspannung um und schickt diese durch eine Drossel auf die KNX-Leitung. Durch die KNX-Leitung werden die Komponenten mit Spannung versorgt und die KNX-Telegramme (die Befehle) geschickt.

Der grüne Baum in der Wand

Die KNX Verkabelung ist eine Baum Verkabelung. Du gehst also aus der Spannungsversorgung raus, das ist der Stamm. Dann zweigst du immer bei Bedarf einen Zweig ab. die Zweige enden dann an den Sensoren und Aktoren. So ist es am sichersten, dass du keine Kreise ziehst. Oft ist es so, dass du nur ganz kurze Äste hast. Du gehst also so vor:

  • Raus aus dem Schaltschrank zum ersten Taster
  • Weiter zum nächsten Taster
  • Im Prinzip hast du damit schon einen Ast geschaffen, denn die Leitung geht ja im Taster ein Stück weiter
  • Am Ende gehst du wieder zurück in den Schaltschrank. Das Ende wird isoliert und als „Plan B“ beschriftet. Es wird nirgendwo angeschlossen.

Wenn du so vorgehst, bist du für die Zukunft gewappnet. Solle es irgendwann einen Bruch in der Leitung geben, nimmst du einfach dein „Plan B“ Ende und du hast wieder alles angebunden.

Das Beispiel zeigt eine zentrale KNX Installation. Du kannst das ganze auch dezentral aufbauen. Dann kommen die Aktoren viel näher an die Verbraucher, du brauchst also mehr Aktoren. Lies bitte vorher den Artikel KNX zentral oder dezentral?, dann entscheidest du dich nämlich auh für „zentral“. Du musst auch nicht jede Steckdose von einem Aktor anfahren. Im Artikel Welche Steckdosen schaltest du morgen? zeige ich dir wie du eine Menge Kosten sparen kannst, weil du nur die „wichtigen“ Steckdosen an einen Aktor hängst. Ach ja, und dann gibt es noch den Artikel Der richtige KNX Schaltschrank für dich. schau da auch mal rein.

Worauf muss ich bei der Verlegung der KNX-Leitung achten?

Nun grundsätzlich gibt es diese Punkte zu beachten.

  • Die KNX Leitung und die normale 230V Leitung dürfen abgeschirmt direkt nebeneinander verlegt werden. Also zum Beispiel in einem Leerrohr.
  • Nicht abgeschirmt sollten die Leitungen jedoch nicht in einer Dose enden. Solltest du also planen eine Unterputz-Dose zum verzweigen zu verwenden, so bitte nicht beides sowohl KNX als auch 230V in einer Dose verzweigen.
  • Da die KNX Verkabelung eine Baumstruktur ist, kannst du theoretisch beliebig viele Verzweigungen setzten. Praktisch wird es irgendwann unübersichtlich. Dann könntest du aus Versehen Kreise einbauen und die dürfen nicht sein.

Ich habe von dem Schaltschrank sternförmig die NYM Kabel zu den Steckdosen und den Lampen gezogen. Alles immer 5-Adrig. So kann ich, wenn es gewünscht ist bei einer 3er Steckdose jede Dose einzeln schalten.

Bei KNX bin ich mit einer Leitung aus dem Schaltschrank und habe einen Kreis für das Obergeschoss gezogen. Die KNX Verkabelung wird als Baum ausgeführt. Das heißt, du fängst mit einem Ende an und zweigst ab, wenn du es brauchst. Das Ende kommt wieder im Schaltschrank an. So kann ich, wenn das Kabel mal aus irgendwelchen Gründen einen Bruch hat, das andere Ende anschließen. Das gleiche für das Untergeschoss. Immer bis zum Taster und dann weiter. Eine Leitung geht dann bis zur Wetterstation auf dem Dach. Die braucht nämlich zusätzlich 50Volt. Das Netzteil dafür ist im Schaltschrank und die Station wird über Gelb und Weiß mit Energie versorgt.

Übung macht den KNX’ler!

Du solltest vorher unbedingt „üben“. Bau dir eine kleine Testinstallation aus Stromversorgung, Interface, einem Sensor und einem Aktor. Du musst es nicht so schön machen wie ich im Artikel KNX Verkabelung am Beispiel eines Testaufbaus. Einfach irgendwo auf dem Tisch reicht aus. Die Komponenten kannst du später im Haus wieder verwenden.

Welche KNX Verkabelung denn nun?

Die KNX Leitung gibt es als Meterware, als 100 Meter und als 500 Meter Variante. Ich habe mehrere von den 100er Rollen gekauft. Ich glaube zwei oder drei. Das hat für unser Einfamilienhaus vollkommen gereicht. Obwohl ich nicht sparsam mit der Leitung umgegangen bin. Es gibt aber auch 500 Meter Rollen, da sparrst du etwas pro Meter. Die KNX Verkabelung liegt im Obergeschoss in allen Zimmern im Kreis, unter dem Dach. Falls mein Sohn einen Taster am Bett haben möchte, müsste ich nur „angeln“, also die Leitung hinter dem Trockenbau finden.

Im Untergeschoss, liegt ein Ende unter der Küche, für etwaige KNX fähige Küchengeräte. Zusätzlich geht die KNX-Leitung an einigen Steckdosen vorbei. So kann ich später auch eine Steckdose gegen etwas KNX-fähiges austauschen. Geh nicht allzu sparsam mit der KNX Verkabelung um, vielleicht brauchst du später an irgendeiner Stelle einen Taster, dann ärgerst du dich, wenn dort kein grünes Kabel erreichbar ist. Ach ja, die Bewegungsmelder in den Decken brauchen natürlich auch einen Anschluss.

Weitere Einkaufstipps zur KNX Verkabelung

Wenn du schon am einkaufen bist, kauf gleich eine Packung von den Busklemmen. Die kann man zum verzweigen benutzen, oder direkt an den Aktoren und Tastern verwenden. Ja, bei MDT ist bei jeder Komponente so ein Paar dabei, aber die 15 Euro ersparen euch nachher eine Menge Sucherei. Ach ja, und den „Zug-Test“ nicht vergessen. Es gibt wenig schlimmeres als stundenlange Fehlersuche weil an einer Komponente eine Ader nicht richtig fest sitzt.

Ich glaube zu „KNX-Leitung knicken“ oder „-einklemmen“ muss ich nichts schreiben, oder? Natürlich gelten auch hier die gleichen Grundsätze wie bei anderen Leitungen im Haus.

Falls du dir mehr Gedanken zu der Verlegung machen möchtest, schau unbedingt in diesen Beitrag: KNX Projekte | Wo ziehst du die grüne KNX Leitung hin?. Ach ja, und warum du nicht den billigeren Klingeldraht dafür nehmen solltest, ja das tun manche Menschen, steht in diesem Beitrag: Installation | Die richtige KNX-Leitung für den Bus

Wie funktioniert das Licht mit KNX denn nun?

Der Vollständigkeit halber, ganz kurz zur Funktion von KNX im allgemeinen, damit du auch verstehst, warum du die KNX-Leitung so verlegst wie ich hier gezeigt habe. Wenn du das alles schon weißt, spring direkt zum Fazit.

Wird der Taster betätigt, schickt er eine Nachricht „Licht einschalten“ auf den Bus. Der Aktor empfängt die Nachricht auf seinem Bus-Anschluss und schaltet den Kanal für die Lampe durch. So kann der Strom von der Sicherung zur Lampe und zurück fließen und die Lampe leuchtet. Genau das gleiche passiert mit der Steckdose wenn die zweite Taste auf dem Taster gedrückt wird.

Lesen oder Video schauen?

Wenn du bis hierher gelesen hast, dann empfehle ich dir das Buch „Heimautomation mit KNX, DALI, 1-Wire und Co.: Das umfassende Handbuch.“ von Stefan Heinle. Link zum Shop siehst du rechts von diesem Text. Sehr angenehm geschrieben und trotzdem mit einer ausreichenden Detailverliebtheit. Stefan geht in seinem Buch auf alle Einzelheiten ein, die etwas mit Smarthome zu tun haben. Selbst wenn du dich nicht für KNX entscheidest, solltest du mal in dieses Buch schauen. Und ja, das gibt es auch als E-Book. Schau mal auf die Verlagsseite, da gibt es das Inhaltsverzeichnis kostenlos als PDF. Selbst heute noch, ist das mein ständiger Begleiter. Vorher solltest du natürlich meinen kompletten Blog lesen, dann bist du auch „fast Experte“ ;-). Wenn du Lust hast, schau dir meinen Artikel zu dem Buch an: KNX Buch | Heimautomation mit KNX, DALI, 1-Wire und Co.

Wenn du eher der Typ bist „Zurücklehnen und alles erklären lassen“ dann lies mal meinen Artikel zum KNX Lernvideo von Frank Völkel. Das Video bringt dich innerhalb von 8 Stunden vom KNX Anfänger zu jemandem der sein Haus selbst programmieren kann. Frank erklärt alle Gewerke mit Beispielen und zeigt dir wie du in deinem Haus auch die Intelligenz under deiner Kontrolle behältst.

Das soll zur Funktion von KNX hier erst mal reichen. Den Unterschied zwischen einem Aktor und einem Sensor erfährst du in meinem anderen Beitrag: KNX Grundlagen | Von Sensoren und Aktoren. Wenn du noch ganz am Anfang stehst und überlegst ein KNX-Haus zu bauen, könnte dich auch dieser Artikel interessieren: KNX Neubau | Erst konventionell und dann KNX?. Und wenn du jetzt denkst „Was kostet der Spaß mich denn jetzt?“ lies den Artikel Wie viel wird dich KNX kosten?

Kommen wir zu der harten Arbeit auf der Baustelle. Die grüne KNX-Leitung wird verlegt.

Fazit

Wie du hier gelesen hast, ist ein KNX-Smart Home keine Raketenwissenschaft. Angefangen hat der Artikel mit der KNX Verkabelung und dem Unterschied zur Konventionellen Verlegung. Der größte Unterschied ist die Sternverkabelung aller Verbraucher und die zusätzliche Leitung. Danach waren wir auf der Baustelle. Du hast gelesen, wie und wohin das KNX-Kabel also die Bus-Leitung verlegt wird. Im letzen Absatz vom ersten Kapitel ging es dann um das Kabel an sich, hier hast du gelesen, welches Kabel das richtige ist. Am Ende dann noch etwas Theorie zur Funktion von KNX an sich. Ich hoffe das hat dir genug Einsicht in die Materie gegeben um mit deinem Elektriker mitreden zu können.

Schau noch in die anderen Artikel in der Kategorie „Grundlagen“ auf meinem Blog rein, bevor du auf die Baustelle rennst. Wie weit bist du mit der Smart Home Thematik? Wolltest du hier nur eine Idee über KNX kriegen, oder stehst du schon mit der grünen Leitung auf deiner Baustelle?

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Viel Spaß mit KNX,
Damian

15 Gedanken zu “KNX Verkabelung ganz einfach erklärt

  1. Hallo, erst mal vielen Dank für alle deine Artikels, sie sind wirklich hilfreich und interessant!,
    Heißt es, dass jeder Aktor, der mit 220V arbeitet eine separate Sicherung haben muss, oder ist es zulässig zwei Aktoren, je nach der Last, zur eine Sicherung anschließen? Ansonst erhöhen sich Kosten noch wegen zusätzlichen Sicherungen bei KNX-Installation.
    Vielen Dank.
    Evgeny

    1. Hallo Evgeny,
      du kannst natürlich alle Kanäle eines Aktors an eine Sicherung hängen, je nach Last die daran angeschlossen ist. Die Aktoren sind nur Schalter. In den 17ern hat man ja auch nur eine Sicherung für eine ganze Wohnung genommen. Macht man heute nicht mehr, aber die meisten Schaltaktoren haben die gleiche Anzahl an Eingängen wie Ausgängen, da ist es egal wie du die verkabelst.
      Grüße,
      Damian

  2. Hallo,
    vielen Dank für die Darstellungen, ich frage mich aber wo sollte man die Sicherungsautomaten am besten hinlegen… Also vor dem KNX Aktor oder zwischen den Verbraucher und dem KNX Aktor ?

    Meiner Meinung nach sollten die Sicherungsautomaten zwischen den Verbraucher und den Aktor liegen, dann kann man z.B. bei einem 12x SchaltAktor die Phaseneingänge mit einer Brücke erledigen bzw. 3×1 Brücke (Phase 1-3) und hat dann nur 3 Kabel reinlaufen (Strom).

    Der Aufbau wäre dann:
    Hauptschalter – > FI -> KNX-Aktor -> Schutzschalter -> Verbraucher

    Eure Anmerkungen wären hier spannend 🙂

    Grüße…

    Tomas

    1. Hallo Tomas,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Kannst du deine Idee bitte etwas weiter erläutern? Normalerweise komme ich vom Automaten mit der Phase zum Aktor. Lege eine Brücke auf jeden Ausgang und gehe dann von jedem Ausgang weiter zum Verbraucher. Wie bei einem handelsüblichen Schalter halt. Der Aktor ist dann nichts anderes als z.B. 12 Schalter nebeneinander. Wenn ich nun den Automaten hinter den Aktor legen will. Also zwischen Aktor und Verbraucher, brauche ich einen Automaten pro Verbraucher, oder nicht?

      Grüße,
      Damian

    2. Hallo,

      das mit dem Automaten für jeden Verbraucher wäre korrekt..

      Für mich war es interessant ob es irgendwer so macht..

      Technisch gesehen sehe ich keinen Nachteil, der Preis für einen B16 Automaten ist ja heute geradezu lächerlich.. (2-5 Euro) und zusätzlich würde man so ggf. besser den Stromkreis schützen.

      Eine Absicherung z.B. nur mit 3 Automaten eines 12 x 16/20A Schalt-Aktors (3 Brücken a 4 Kontakte) könnte durchaus zu wenig sein..

      Der Aktor könnte weit über 20Amp auf einmal schalten..

      Zusätzlich ist auf den meisten (allen die ich kenne) Anschlussbildnern von den Aktoren keine Brücke vorgesehen..

      Andererseits ist die Bestückung mit den Brücken und mit (weniger) Automaten vor dem Aktor auch reizvoll.. Man menötigt weniger Automaten und weniger Kabel und das ganze sieht ggf. etwas aufgeräumter aus..

      Alles im allen wohl eine Glaubensfrage… ähnlich dem wie man z.B. einen FI korrekt Anschliesst (von unten ? von oben ?)… 1=Eingang 2=Ausgang usw.. ? Macht wohl jeder anders und beides ist Stromtechnisch OK. Interessant wäre wie es in den grossen Anlagen z.B. eines Hochhauses bzw. Industrieunternehmens aussieht..

      Grüsse aus Hamburg..

      Tomas

    3. Zum Szenario Sicherung nach Aktor: ist warscheinlich nicht Zulässig, da man (je nach grösse der Vorherigen Sicherung (laut VDE mindestes 2 Stufen höher also 25A wegen selektivität) entsprechend dickere Adern zum Aktor verlegen muss (diese richten sich nach dem Bemessungsstrom der vorhergehenden Sicherung) und was dickeres als nen 4mm² wird da in den meisten fällen nicht rein passen. selbst bei 4mm² bin ich mir nicht ganz sicher ob die rein passen (hatte lange nix mit EIB/KNX zu tun). Falls man hier nicht ausreichend dimensioniert kann es im Kurzschlussfall zu einem Kabelbrand führen (worst case), da nicht Ordnungsgemäß installiert wurde.
      Sicherer ist es von einer Drehstromschiene wie üblich auf die Sicherungen zu gehen (die Schiene ist intern auch besser dimensoniert, mit z.B. 10mm²) und von den dortigen Sicherungen an je einen Schaltkontakt und von dort weiter zu den Verbrauchern. (oder, für nicht Schaltbares, direkt von der Sicherung weg) – so kann man zwecks änderungen auch den Aktor gezielt spannungsfrei schalten ohne evtl. das komplette Haus tot zu legen (ich kenne ja deinen Sicherungskasten nicht ^^)

      nur ein Hinweis von nem vorbeigoogelnden Elektriker 😉

      PS und weil ich die Antwort schon kommen sehe: ein FI (oder heutzutage RCD) schützt nicht vor einem Kurzschluss. es ist ihm egal, dass 5000A rein gehen so lange auch 5000A zurück kommen (achtung, übertreibung… schalten muss er aber auch in diesem mehr-als-extremfall nicht) – lediglich ein unterschied in aus- und eingehendem Strom muss er erkennen (10A rein, 10,03A raus z.B.)

      PS2 und die Kennzeichnung mit den 20A ist so gemeint dass du vor dem Aktor höchstens mit 20A absichern darfst, da er nicht mehr schalten bzw. permanent führen kann – wenn dies doch der fall sein sollte muss die Sicherung davor auslösen.
      Wie viel der Aktor im endeffekt Schaltet hängt von den angeschlossenen Verbrauchern ab.

  3. Hallo,

    KNX ist für mich Neuland, als Informatiker sind mir Bussysteme jedoch durchaus ein Begriff. Wir haben gerade ein Haus gekauft (Trockenständerbauweise), so dass sich sehr leicht neue Leitungen verlegen lassen bzw. die bestehende Verkabelung geändert werden kann. Durch eine Luftwärmeheizung ist der Platz hinter den Trockenbauwänden teils jedoch begrenzt. Deshalb folgende Frage, die sich mir beim Lesen stellte:

    Die ~220V führende Strecke Aktor -> Verbraucher (z.B. Lampe) wird typischerweise nur mittels einer Phasenleitung ausgeführt, Nulleiter- und Schutzleiterverkabelung bleibt wie gehabt oder aber verkabelt man grundsätzlich Phase, Nulleiter und Schutzleiter pro zu schaltendem Verbraucher sternförmig zum Schaltschrank?

    Danke und Grüße

    \Fabian

  4. Der Aktor ist dann nichts anderes als z.B. 12 Schalter nebeneinander. Wenn ich nun den Automaten hinter den Aktor legen will

    Der Aktor könnte weit über 20Amp auf einmal schalten..

    Zusätzlich ist auf den meisten (allen die ich kenne) Anschlussbildnern von den Aktoren keine Brücke vorgesehen..

    1. Hallo Fabian,
      ein 12-fach Aktor kann im Extremfall 12*16 also 192 Amp schalten. Wenn du mit dem Aktor 12 Steckdosen schaltest und an jede Dose einen 3kw Verbraucher hängst UND alle Verbraucher gleichzeitig einschaltest, wirst du auch bei 12 Automaten ein Problem kriegen 🙂 Egal ob vor, oder hinter dem Aktor. Bei so vielen Verbrauchern, wirst du allerdings auch ohne KNX dein dunkles Wunder erleben ;-). Es werden also immer einige der Ausgänge irgendwo gebrückt. Deshalb hängt man ja die Automaten vor den Aktor, um an einem Automaten mehrere Verbraucher anschliessen zu können.

      Grüße,
      Damian

  5. Jetzt habe ich mal eine andere Frage:

    gibt es ein Szenario in dem es möglich ist (evtl. durch Austausch des Lichtschalters) die Lampe auf herkömmliche Art (also Schalter gibt Stromkreis direkt frei) PLUS per KNX zu steuern? Ich stelle mir das so vor das der Schalter als „Aktor“ arbeitet und ich eben nur eine KNX Leitung zum Schalter führe, dieser aber nach wie vor ohne zutun des KNX Systems arbeiten kann…

    Somit könnte meine vorhandene Verkabelung bleiben (Bis auf die Busleitung natürlich die nachgerüstet werden würde)

    Grüße
    Michael

  6. Hallo zusammen,

    Ich heiße Matthias und bin selbständiger Elektromeister. Deinen Blog finde ich sehr interessant, für Leute die sich mit KNX beschäftigen möchten, bzw. sich über dieses Thema informieren wollen ist er gut gestaltet. Aus der rechtlichen Sicht gibt es allerdings ein paar Sachen die beachtet werden müssen!! Hierzu bitte PN an mich.

    Btt.:
    Auf die Frage ob man den Aktor vor der Sicherung einbauen darf und die Sicherung nachfolgend muss ich antworten. Dies ist laut VDE sowie so ziemlich jedem Aktor-Hersteller nicht zulässig. Im Fehlerfall besteht keine Möglichkeit den Aktor vom Netz zu trennen. Der SLS ist dafür NICHT geeignet, da er selektiv (S-LS) arbeitet. D.H. der SLS hat eine andere Kennlinie was die Auslösecharakteristik angeht.
    Jetzt zum Aktor: die meisten Aktoren geben eine Max. Belastung von 16A pro Kanal an. Zusätzlich gibt es noch manchmal die Angabe auch C-Last, welche nur angibt das der Kanal auch geeignet ist kurzfristig das 5-10-fache der max. Kanallast (Herstellerangabe!!) zu schalten. Im übrigen ist eine Steckdose dafür ausgelegt 16A über einen kurzen Zeitraum zur Verfügung zu stellen. dauerhaft 16A über eine Schuko-Steckdose zu beziehen (z.B 24h) sollte vermieden werden bzw. ist nicht zulässig.

    Schaltung von Steckdosen über einen Taster nach dem KNX Ausgang ist möglich wenn man die Zuleitung vom KNX Eingang (z.B L1) vor dem Aktor abgreift über den Schalter führt und nach dem Aktor wieder auf das zu schaltende Gerät bringt (der Sinn erschließt sich mir nicht aber egal). Aber Achtung!! Nicht die Phasen mischen keine Doktorspiele am Strom.

    Es sind nicht die 230V die euch töten es ist der Strom 30mA reichen aus um euch ins Nirvana zu schicken. Wenn Ihr da spielen wollt nutzt bitte einen Selv/Pelv Trafo 24VAC damit seid ihr auf der sicheren Seite.

    STROM IST UND BLEIBT LEBENSGEFÄHRLICH!!!!!!!

    1. KNX ist wirklich ein komplexes Thema, aber dein Blog hat mir schon viel geholfen. Danke für die praktische Hilfe!

  7. Neuer Versuche…

    Hallo Damian,
    wirklich ein toller informativer Blog.
    Ich schreibe die Anfrage hier mal in den Post, um neben deiner Antwort, vielleicht auch noch einige weitere Anregungen zu bekommen, denn ich denk, es gibt noch den einen oder anderen der ähnliche Gedanken/Probleme hat.
    Ich arbeite mich gerade in das Thema Homeautomation ein, um dann im nächsten Jahr meinen Neubau damit komplett aus zu statten. Ich baue in Spanien, somit ist das noch eine etwas größere Herausforderung was die Kenntnisse und Fähigkeiten der Elektriker angeht. Ich muss also so viel wie möglich selber planen und dokumentieren, damit der Elektriker die Grundverkabelung sauber umsetzt. Von daher bin ich über jegliche Tipps (z.B. wie erstellt ihr Kabeldiagramme, also mit welchem Tool etc..) dankbar.
    Zur Steuerung habe ich mich bereits auf openhab2 im Pi3 festgelegt und bin schon mit der grundlegenden Programmierung vertraut, teste z-wave Sensoren etc. und warte noch auf die integration meines Zigbee Interfaces (Conbee) um dann auch mal Lampen (Ikea oder andere Zigbee-kompatible LED’s) mittels Sensor und Regeln etc. zu schalten..
    Diese Testaufbauten sind alle noch recht einfach und kostengünstig, aber je mehr ich mich in das Thema Smarthome einlese und darüber nachdenke komme ich auch immer wieder zu KNX.
    KNX-Online-Kurs habe ich schnell erledigt, ETS5 light ist bestellt… läuft also alles!
    Von daher würde mich eure Meinung und vor allen Dingen die von Damian hier zu einigen Fragen interessieren.
    Was die Nutzung z.b. von Sensoren angeht, finde ich die neuen z-wave-Multisensoren recht interessant, vor allen Dingen günstiger und vielseitiger.
    Bei der Beleuchtungssteuerung bin ich nun aber schon mächtig am grübeln…
    So nett und einfach die z-wave oder zigbee system auch sein mögen… wenn es da mal zu einem Ausfall/Defekt kommt, muss erneuter Programmieraufwand betrieben werden… Bei KNX wird einfach die Glühbirne/LED ausgetauscht.
    Andererseits sind nette Farbspielereien mit LED’s und Stripes eher/einfacher mit Zigbee-Systemen zu realiseren…
    Von daher denke ich über eine Mischinstallation nach, z.b. die wichtige Grundbeleuchtung eben über KNX… nette Spielereien wie Wohnzimmerschrank-Hintergrund etc.. mit RGB-LED’s mittels Zigbee…
    Die Rollläden dann wahrscheinlich eher wieder über KNX-Aktoren etc..
    Fensterkontakte über z-wave Sensoren, die keine Kabel benötigen (da habe ich ganz interessante von AEON Labs gefunden, die per USB geladen werden können).
    Eine Videotürklingel darf natürlich auch nicht fehlen – irgend ein VOIP-System mit SIP-Protocol.. dann geht das mit der Fritzbox und den Telefonen recht einfach…Leider habe ich da nur sehr teure System gefunden…
    Und zu guter letzt für uns im Süden: die Integration der Klimaanlage..da gibt es evt. auch eine KNX-Schnittstelle zu Toshiba oder es muss über Tado gehen.. da mache ich mich auch gerade schlau…

    Jo, das Projekt ist umfangreich, aber ein bisschen Basteln macht ja Spaß!
    Nur möchte ich nicht „das Rad komplett neu erfinden“ oder auf „eckige Räder“ setzen… es gibt ja sicherlich genug Erfahrung da draussen.
    Es gibt sicherlich viele gute Lösungswege und ich freue mich auf euren Respond.

    Saludos,

    Oliver

  8. Plane auch gerade unser Haus und möchte knx verwenden. Meine dumme Frage: Heißt dass, die grüne knx Leitung verlegt man eigentlich immer nur dahin wo sie Schalter platziert werden und eigentlich nie direkt zur Steckdose oder zum Lampenauslass?

  9. Vielen Dank für den starken Block.
    Ich hätte eine kurze Frage;
    es sind zwei Rolladentaster, ein Lichttaster und ein Temp.Fühler (1Wire) an einer Position vorgesehen.
    Diese muss ich allesamt mit BUS anfahren, soweit so klar, aber mit welcher Anzahl an Leitungen (KNX Grün 2x2x0,8).
    4 x also pro Taster je 1 oder reichen 3?
    1x 1Wire, 1x Licht und 1x für die beiden Rolladentaster (da 4 Adern pro Leitung)?
    Ich habe bisher nur an konventionellen Systemen Informationen gesammelt, daher wirkt es aufgrund der Menge an Leitungen auf den ersten Blick etwas „überdosiert“.

    Über Feedback würde ich mich freuen!
    Besten Dank,
    Jan

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