2017-02-19T12:17:05+00:00 Allgemein, Grundlagen

Planung | Welche Steckdosen schaltest du morgen?

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Wie viele Kanäle brauchst du, wenn du alle Steckdosen schaltest? Machst du alle Dosen schaltbar? Vielleicht sogar alle mit Stromerkennung? Wird Steckdose neben der Tür, die eigentlich nur für den Sauger gedacht ist, wirklich geschaltet? Die Antwort lautet: Es kommt drauf an was du willst.

Einmal kurz durch Haus und Augen offen halten.

Eigentlich sollte jedem klar sein, dass es Dosen im Haus geben wird, die niemals geschaltet werden. Es sei denn du möchtest einen Taster haben „Alles, wirklich alles aus“. Doch dann wird dir auffallen, dass nicht alle Uhren und Wecker das mögen. Was ist mit dem Kühlschrank? Wird der wirklich geschaltet? Die Dose im Bad, an der deine Zahnbürste geladen wird, aus?

Veränderungen werden kommen.

Nun ja, schön und gut, der Kühlschrank kriegt also Dauerstrom. Was ist dann, wenn die neue Küche kommt und der Kühlschrank in der andern Ecke steht? Die Ladestation fürs Telefon in einen anderen Raum verlegt wird? Du merkst also, ein smartes Haus, sollte auch auf Veränderungen vorbereitet sein. Also doch einen Aktorkanal pro Dose?

Der Mittelweg ist eine gute Strategie.

OK, wenn du weniger im voraus planen möchtest, nimm einen Kanal pro Dose. Bei meinem Beispiel-Haus wären das ca. 120 Kanäle. Das macht mehr oder weniger 10 Aktoren, mit oder ohne Strommessung, wenn du alle Steckdosen schaltest. Wirklich geschaltet werden von denen vielleicht mal 15 Dosen. Das wäre ein Aktor. Die anderen Kanäle liegen auf Dauerplus, verbrauchen Strom und Platz im Schrank. Also überlegen wir mal an einem Mittelweg.

Anforderungen an die Anpassungsfähigkeit.

Was willst du eigentlich? Einige Steckdosen sollen geschaltet werden. Du weißt heute noch nicht, welche. Einige bleiben für immer am Dauerstrom. Die übrigen verändern ihre Funktion im Laufe ihrer Existenz. Das muss aber nicht innerhalb von Minuten vom Computer aus gehen. Denn es ist eine Einmalaktion die nicht so oft vorkommt. Also kommt auch ein Umstecken im Schaltschrank in Frage? Die Steckdosen, die sofort geschaltet werden sollen, kommen an den Aktor. Das ist die Waschmaschine, Aussensteckdosen und vielleicht noch der Fernseher. Die Restlichen kommen an Klemmen und können bei Bedarf einfach umgeklemmt werden.

Was sind Reihenklemmen?

Im Prinzip ist das mit den Reihenklemmen ganz einfach. Die Leitungen von der Steckdose kommen nicht direkt an den Automaten, sondern erst mal auf eine Klemme. Nun werden alle Klemmen mit Phase, Null und Schutzleiter versorgt und schon erfüllen die Klemmen ihre Funktion. Als wäre nichts gewesen. Da wir im KNX Haus ja sowieso ein paar Leitungen zusätzlich zu dem Schaltschrank ziehen, bietet es sich an den Schaltschrank sauber zu halten. Die Klemmen nehmen die hunderte von Steckdosen auf und von da aus wird reduziert. Erde kommt direkt über die Schiene. Null wird durchgeschleift und bei Bedarf abgeklemmt. Phase wird dann auch durchgeschleift, hier muss man nur etwas aufpassen.

Welche Steckdosen schaltest du in morgen?

Welche Steckdosen schaltest du in morgen?

Nimm Klemmen die du einfach Brücken kannst. sonst hast du später ein Problem, wenn du eine Steckdose schaltest. Mir hat mein Elektriker mal die XXX empfohlen. Sie nehmen nicht besonders viel Platz ein und sind für alle drei Anschlüsse. Natürlich kannst du auch andere nehmen. Von Phoenix gibt es die PTI 2,5-PE/L/NT, doch ich vertraue eher auf die geschraubten. Hier kannst du auch mal ein oder zwei Adern zusätzlich rein stecken. Schreib mir mal wenn du bessere gefunden hast.

Und was mache ich wenn die Dose doch geschaltet werden soll?

Nun dann sind es ganz einfache vier Schritte und du bist am Ziel:

  1. Strom abklemmen. Am besten ganz, da du ja im Schaltschrank unterwegs bist.
  2. Steckdose aus der Brücke nehmen und Phase zum Aktor schicken
  3. Geschaltete Phase zurück zur Klemme und Strom einschalten
  4. Aktor parametrisieren.

Zugegeben, hättest du alle Steckdosen von Beginn an zu einem Aktor geführt wären Schritte 1 bis 3 entfallen. Allerdings sind dann auch die Kosten für die Anlage wesentlich höher. Auf der anderen Seite, sollte nicht jeder an dem Schaltschrank rumfummeln. Du solltest also schon wissen was du da tust, bevor du irgendwelche Leitungen im Schrank umherziehst. Ich würde jedoch behaupten: Selbst wenn du die Schritte 1 bis 3 extern einkaufen musst. Sprich es kommt ein Elektriker raus und klemmt dir die Dose um, fährst du immer noch günstiger als wenn jede Dose ihren Kanal kriegt. OK, kommt natürlich darauf an wie oft das vorkommt. Eine Sache noch zum Ende. Denke an genügend freie Aktorkanäle im Schrank, du wirst sie alle brauchen, glaube mir...

 

Viel Spass mit KNX!

Aktualisiert: 19. Februar 2017

2 Kommentare zu Planung | Welche Steckdosen schaltest du morgen?

  1. says:

    wohl wahr, wir haben es annähernd so realisiert – jede, wirklich jede Steckdose bekam ein eigenes Kabel auf der Reihenklemme.

    So sind wir sehr flexibel, was den Umbau angeht, allerdings haben wir schon jetzt rund 80 Kanäle (nur Steckdosen) realisiert. Zu meiner Entschuldigung – im Holzhaus kann man halt wirklic hsehr schlecht nachverkabeln, deswegen haben wir bei den reinen Kabeln den 100% Ansatz gefahren.

    Die Verteilung (2x 80×200) wurde dadurch etwas größer, der Zählerschrank geht extra. Gibt uns aber wirklich maximale Flexibilität.

    • Hi Markus!
      Na immer noch besser 80 Kanäle als wirklich einen Kanal für jede Steckdose, oder? Wie ich hier auch schreibe, ich würde immer den 100% Ansatz beim Verkabeln fahren. Sonst sparrt man 3 Euro und ärgert sich ein halbes leben.
      Was hängt denn bei euch alles an den Steckdosen? Lampen? Fernseher? Etwas außergewöhnliches?

      Grüße,
      Damian

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