KNX Smart Home| Will ich ein Smartes Haus mit KNX?

KNX Smart Home oder nicht,das ist hier die Frage

Im Artikel KNX Bussystem | Die Reise beginnt habe ich mich ja vor einigen Jahren darüber ausgelassen ob es ein “KNX” Smart Home sein soll oder nicht. Der Tenor war so ungefähr: „Auf jeden Fall“. Heute relativiere ich das ganze mal ein wenig. Denn ob KNX Komponenten oder nicht, hängt ganz stark von den Bewohnern ab. Insbesondere von demjenigen, der sich damit beschäftigen will.

Was überhaupt ist ein KNX Smart Home?

Nun zuerst ist ein KNX Smart Home nichts anderes als ein Smart Home das mit der KNX Technologie realisiert wurde. KNX ist ein de facto Standard in der Gebäudeautomatisierung von Bürogebäuden. Genutzt um große intelligente Gebäude zu steuern. Ein Smart Home ist in meinen Augen ein Heim was zwei dinge erfüllt:

  • Es ist kompatibel mit deiner Zukunft
  • Es unterstützt dich in deinen alltäglichen Dingen

Kompatibel mit meiner Zukunft?

Stell dir vor du kaufst dir morgen eine Lampe und stellst die in die Ecke hinter die Couch. Willst du dann jedes mal zum einschalten hinter die Sitzgelegenheit klettern, nein. Also brauchst du ein Heim mit Komponenten, die es dir einfach machen zu sagen “Ab heute schalte ich mit dem Schalter neben der Tür diese Lampe”. Oder mit dem Handy, oder auf eine andere intelligente Art …

Unterstützung in alltäglichen Dingen?

Wenn wir schlafen gehen, schließen wir im Erdgeschoss alle Rollläden, schauen nach ob der Durchgang zur Garage abgeschlossen ist und die Fenster im ganzen Haus zu sind. Ach ja und wir kontrollieren ob das Garagentor zu ist. Das alles mache ich beim Vorbeigehen an einem Taster im Flur. Mit einem Knopfdruck. Mein Heim unterstützt mich dabei ruhig einzuschlafen.

Warum nun dieser Artikel hier?

In meiner KNX Zeit hatte ich Gelegenheit mit einigen Hausbauern zu sprechen und mir eine KNX Meinung zu bilden. Hierbei habe ich oft die, zumeist männliche Seite, gehört „Auf jeden Fall“, „Voll Cool“, „Wollen wir unbedingt“. “Alle möglichen Geräte mit dem Handy steuern, wie geil!” Zumeist ist es dann allerdings nichts geworden. Warum? Nun weil es keine KNX’ler waren. Ich gehe hier gar nicht mal auf die finanzielle Seite ein. Ich kenne auch Menschen, die genug Geld haben und trotzdem auf ein KNX Smart Home oder jegliche andere Hausautomatisierung verzichten.

Versteh mich nicht falsch, ich würde alle meine nächsten Häuser mit KNX bauen, ich will auf keinen Fall auf dieses intelligente System verzichten. Die meisten die diesen Blog lesen und sich für KNX entscheiden, werden das gleiche sagen, allerdings gibt es diese „nicht-KNX’ler“ Menschen.

Ob du ein KNX’ler bist, kannst du ganz einfach selbst testen. Lies dir mal das nächste Beispiel und überlege wie du reagieren würdest.

Der Test: Die Lampe im KNX Smart Home Kinderzimmer

Wir haben Zuwachs in der Familie bekommen. Im Kinderzimmer steht eine Wickelkommode und seit kurzem, daneben auf der Fensterbank eine Leuchte. Diese Leuchte steckt in der Steckdose und wurde einige Zeit direkt mit dem Schalter an der Leuchte geschaltet. Dazu muss man allerdings das Kinderzimmer im halbdunkel durchqueren und dann die Lampe, mit Baby auf dem Arm, einschalten.

So weit so gut. Das war nicht optimal. Um es optimal zu gestalten, waren in unserem Gebäude diese Schritte notwendig:

Steckdose im Schaltschrank auf einen Schaltaktor klemmen.

Wenn du diesen Blog kennst, weißt du, ich habe nicht jede Steckdose direkt auf einen Kanal verkabelt. Da ich davon ausgehe, dass nur die wenigsten Dosen geschaltet werden müssen, habe ich mich für eine andere Lösung entschieden. Ich schalte meine Steckdosen nur, wenn daran Geräte hängen die geschaltet werden wollen. Im Artikel Planung | Welche Steckdosen schaltest du morgen? findest du die Beschreibung welche intelligente und kostengünstige Lösung wir gewählt haben.

Vorbereitung. Nur wenn du es so gebaut hast wie ich

Bei uns im Haus sind also einige Schritte mehr notwendig um eine Steckdose schaltbar zu machen:

  1. Rausfinden welche Phase im Schaltschrank zu der Steckdose gehört. Das geht dank ordentlicher Dokumentation recht schnell.
  2. Phase auf einen Schaltaktor holen und wieder zu der Steckdosenklemme zurück.

Kommen wir zu den KNX Komponenten:

Schritt 1. Parametrisierung des Tasters in der ETS5 anpassen.
  1. ETS5 starten und den richtigen Taster finden
  2. Gruppenadresse anlegen
  3. Parametrisierung so anpassen, das der Taster die richtige Gruppenadresse schickt.
  4. Parametrisierung programmieren und über die Diagnose testen.
Schritt 2. Parametrisierung des Schaltaktors in der ETS5 anpassen.
  1. Richtigen Schaltaktor in der ETS finden und dort den richtigen Kanal ausfindig machen
  2. Kanal als Schaltkanal parametrisieren und Kommunikationsobjekt mit der richtigen Gruppenadresse verknüpfen.
  3. Parametrisierung durch betätigen des Tasters testen.

Und schwups, die Leuchte wird jetzt am Taster neben der Tür geschaltet.

Für oder gegen ein KNX Smart Home?

Merkst du was? Hast du bis hierher gelesen? Dann horche nun in dich hinein. Was hörst du?

  1. „Boah, eh, da mach ich die Leuchte lieber direkt an. Bevor ich diesen ganzen Quatsch mache“
  2. „Geil ej, so einfach? Und schon leuchtet die zusatz Leuchte wenn der Lichtschalter betätigt wird!“

Oder doch lieber eine andere Technologie?

Wenn du auch nur einen Schritt von denen da oben nicht bereit bist zu tun, sei es im Sicherungskasten rumfummeln, oder dich mit der ETS Software zu beschäftigen, brauchst du KNX nicht. So hart das klingt. Du wirst nicht für jede Parametrisierung den Elektriker rufen, der dir das Haus anpasst.

Das heißt aber bei weitem nicht, dass du den Traum vom Smarten Heim komplett aufgeben musst. Es gibt noch tausend andere Technologien mit denen du dein Zuhause Smart machen kannst. Ob Funk, WLAN oder Powerline, heute gibt es für jeden die passende Lösung. Schau mal bei meinem Nachbarn vorbei, dem siio Blog. Da findest du genug Ideen.

“Wo ist das Problem?”

Für alle, die das kein Problem, sondern die Vorteile sehen: “Seid WILLKOMMEN unter Gleichgesinnten!” Viel Spaß an den langen Abenden bei denen intelligente Geräte nicht so wollen wie sie sollen. Viel Spaß beim Antworten auf die Frage „Schatz, warum leuchtet das Licht im Gästezimmer nur wenn auch im Bad das Licht an ist?“ (ist ein Zitat aus unserem Leben). Genieße die fragenden Blicke deiner Gäste wenn du mit dem Smartphone die Rollläden einstellst, oder die Rasensprenger einschaltest.

Sei kreativ beim konfigurieren der Visualisierung.

Fazit

“Smart Home” ist heute in aller Munde. Ich habe letztens den Artikel gelesen: Wer heute nicht smart baut, errichtet einen Altbau. Da ist viel wahres dran. Doch welche Technologie sollst du wählen? Jetzt, da du diesen Artikel gelesen hast, solltest du zumindest wissen, ob du ein KNX Smart Home haben möchtest. Immerhin gibt es diese Technologie seit 30 Jahren, und du baust dein Haus ja nicht um darin nur einige Wochen zu wohnen.

Wie siehst du das? Wie hast du das für dich Entschieden? Aufwand – Nutzen? Reiner Kostenfaktor?

Viel Spaß mit KNX!

PS: Das Beitragsbild ist von Gerd Altmann auf Pixabay

Schreibe einen Kommentar