2015-01-21T21:22:09+00:00 Allgemein

Haus Automatisierung | Wozu überhaupt? Die Rollläden

Wofür ist diese Haus Automatisierung überhaupt gut? Diese Frage wird jeder, der sich dafür interessiert früher oder später beantworten müssen. Damit du gewappnet bist, habe ich mal ein paar Gedanken dazu zusammen getragen. Bei diesem zusammentragen, hab ich gemerkt, wie umfangreich dieses Thema ist. Also werde ich daraus eine Serie machen, in der es zu jedem Bereich einen Artikel gibt. Fangen wir mit den Rollläden an.

Rollläden, Kurbeln oder zentral per Haus Automatisierung

Haus Automatisierung fängt meist bei den Rollläden an.

Frank C. Müller/ CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.
Haus Automatisierung fängt meist bei den Rollläden an. Wer heute baut, nimmt meist elektrische.

Die Rollläden sind einer dieser Punkte am Hausbau, bei denen man sich wunderbar verlaufen kann. Eigentlich braucht man sie ja nicht. Ist ja nur ein Sichtschutz. Bei weitem nicht. Inzwischen steht fest, die  Außenrollläden sparen sogar Heizkosten, aber nur wenn sie komplett dicht heruntergefahren sind. Dann kommt unter anderem kein Wind an die Scheibe und diese kühlt nicht so schnell aus. Im Sommer bringen herunter gefahrene Rollläden kühlen Schatten. Somit helfen sie das Wohlbefinden im Haus zu verbessern. Hinzu kommt der Sicherheitsaspekt. Rollläden sind zwar kein Einbruchschutz, stellen jedoch eine zusätzliche Barriere für den Einbrecher dar. Man fühlt sich etwas sicherer, wenn das Haus leer steht.
So, das sollte als Werbung für Außenrollläden reichen. Wer immer noch keine will, der braucht nicht weiter zu lesen.

Elektrisch oder manuell?

Ich gehe hier bewusst nur auf die Installation ein, bei der Entscheidung, ob Kunststoff-, Aluminium- oder sogar Holzpanzer, wird dir zum Beispiel bei Konsumo geholfen.

All diese Schutzfunktionen, Schutz vor Kälte und Wärme, Schutz vor unliebsamen Besuchern, erfüllen die Rollläden natürlich nur wenn sie zu sind.

Seien wir doch mal ehrlich, manuell? Willst du wirklich jeden Abend durch das Haus stampfen und alle Rollläden runter kurbeln, wenn draußen Winter herrscht? Und morgens wieder hoch? Der Preisunterschied zwischen elektrisch und manuell ist heutzutage nicht mehr die Welt, also Thema erledigt. Elektrisch sollten die Rollläden heute schon sein.

Mit Zeitsteuerung oder ohne?

Diese Frage ist nicht mehr so einfach zu beantworten, wie die letzte. Die Haus Automatisierung Fans schreien direkt "Klar Zeitgesteuert!" andere schimpfen "das Ding fährt doch zu 90% dann, wenn ich es nicht will". Meiner Meinung nach, sollte zumindest im Erdgeschoss unbedingt eine Zeitsteuerung eingebaut werden. Denn nur so können die Rollläden bei Abwesenheit, als Zusatzschutz, herunter gefahren werden. Zum Beispiel, wenn du im Urlaub bist. In den oberen Stockwerken werden dann konventionelle Taster ohne Zeitsteuerung verwendet. Die Rollos musst du dann halt beim Aufstehen hochfahren.

Das mit dem richtigen Zeitpunkt für eine Fahrt ist nämlich gar nicht so einfach. Im Sommer ist es länger hell, also sollen die Fenster später verdunkelt werden. Im Winter, wenn man schon um 17 Uhr die Beleuchtung einschaltet, können die Rollläden viel früher fahren. Aktuelle Zeitschaltuhren kann man deshalb so programmieren, dass sie sich nach der Sonne richten.
Dann gibt es noch die Spezialfälle: wenn ich auf der Terrasse sitze, soll das Rollo der Terrassentür nicht schließen. Wenn ich im Wohnzimmer fernsehe, können die Rollläden ein wenig offen bleiben, damit ich mich nicht wie in einem Bunker fühle und so weiter.

Zentral gesteuert oder einzeln?

Du bist hier auf einem Blog für Haus Automatisierung, was erwartest du für eine Antwort?

Genau die Spezialfälle aus dem letzten Absatz können nur von einer Zentralsteuerung gelöst werden. Denn die Steuerung muss "wissen", dass du auf der Terrasse sitzt, um das Rollo oben zu lassen. Nutzt du das KNX Bussystem, kannst du dafür direkt die "Tür auf" Erkennung benutzen. Des Weiteren unterstützen die aktuellen Geräte so genannte "Szenen". Wenn ich also fernsehe, ist im Wohnzimmer die Szene "Fernsehen" aktiv. Das heißt für die Steuerung:

  • Rollläden nur bis 70 % runter fahren, das gibt Sichtschutz ohne im Bunker zu sitzen
  • Nur Hintergrundbeleuchtung einschalten, die Deckenlampe bleibt aus
  • Im Winter bleibt die Heizung an, trotz Nachtabschaltung, ab einer bestimmten Uhrzeit

Bei der Haus Automatisierung auf eine Zentralsteuerung zu setzten, hat auch weitere Vorteile. Zum Beispiel ist ein Taster "Alle Rollläden im Erdgeschoss runter" nur so realisierbar. Den kann man dann beim verlassen des Hauses drücken. Oder du schließt das Schloss der Eingangstür an einen Binäreingang an. Dann werden die Rollläden beim abschließen herunter gefahren.

Ist zentral nicht viel teurer?

Bedenkt man die Vorteile, sind die Mehrkosten gar nicht so hoch. Rollladenaktoren sind momentan für ca. 40 Euro pro Kanal zu haben. Dazu braucht man dann noch den Taster und eine Zeitsteuerung. Die Schaltuhr, ja eine für das ganze Haus reicht, kostet ca. 100 Euro und dann noch 50 Euro pro Rollladen für die Taster.  Wobei du dir die separaten Taster sparen kannst, wenn das Licht auch per KNX gesteuert wird. Dann hat man nämlich nur einen Taster mit mehreren Wippen neben der Tür, der steuert dann alles.

Du siehst also, wenn Rollläden, dann elektrisch. Wenn elektrisch, dann möglichst zentral gesteuert. In diesem Sinne, viel Spass mit KNX.

Aktualisiert: 21. Januar 2015

4 Kommentare zu Haus Automatisierung | Wozu überhaupt? Die Rollläden

  1. says:

    Genau das ist es. Man hat die finanziellen Vorteile nur, wenn man entweder jeden Tag mindestens eine halbe Stunde mit auf- und abkurbeln verbringt, oder man macht dies elektrisch, was Geld kostet. Und hier gibt es wieder verschiedene Abstufungen zwischen Kosten und Zeitkosten.

    Am Ende ein Haufen Kosten, um Kosten zu sparen. Und dann werden die Motoren kaputt, weil heute alles billig gebaut wird, man kann wieder rumbasteln etc.

    Nein danke, spare ich mir! 🙂

    • Danke für deinen Kommentar!
      Es muss ja jeder selber für sich entscheiden wie er baut. Elektrische Rollläden macht man ja nicht nur wegen den Kosten. Ich weiß zum Beispiel gar nicht, ob der Strom, der benötigt wird um die Rollläden zu fahren, durch die Energiekosten eingespart wird. Es ist in etwa so wie eine Klimaanlage im Auto. Die kostet Benzin, muss gewartet werden und geht auch mal kaputt. Trotzdem möchte ich meine nicht mehr missen und würde jedes neue Auto mit Klima kaufen. Dazu musste ich allerdings erst erfahren wie praktisch es ist.
      Vielleicht baust du auch ganz ohne Rollläden, das ist am günstigsten und es kann nichts kaputt gehen, verdunkeln kann man ja auch mit Vorhängen, das ist absolut OK.

      Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2015!

  2. says:

    Neben abends runter und morgens rauf haben Rollladen ja noch die Funktion (im Sommer) für Beschattung zu sorgen. Da unser Haus ziemlich genau je Fassade in eine der Himmelsrichtungen ausgerichtet ist und der Wettersensor auf dem Dach auch so ausgerichtet ist, war es logisch die Beleuchtungswerte, die in S, N und W Richtung anfallen mit dem Anfahren bestimmter Positionen (%-Werte) der Rollladen zu verbinden.
    Das alles ist sehr logisch und wirksam – aber leider der Logik von Frauen nicht zugänglich. Daher ist der wichtigste Schalter der, diese Beschattungstechnik ausschalten zu können. Meine Frau freut sich daher immer, wenn es dank der Beschattung kühl ist, wenn wir nach Hause kommen; fährt aber die Rollläden sofort hoch, weil ja nicht genug vom schönen Licht in die Zimmer fällt.
    Da fällt einem nicht mehr ein …

  3. says:

    Ich nutze seit einigen Monaten einen Rohrmotor als Antriebstechnik. Da ich das Glück hatte, sehr leicht an den Rollokasten ranzukommen. Einbau ist ja nicht unbedingt das Schwierigste. Die ganze Elektrik war auch keine Hexerei. Zu den Stromkosten die oben genannt wurden kann ich sagen, dass diese im Laufe eines Jahres wirklich nicht hoch sind. Die genaue Zahl kann ich nicht nennen, jedoch mit Sicherheit nur einen Bruchteil wie des eines Kühlschrankes z.B. Verbaut habe ich außerdem noch einen Lichtsensor der nicht fehlen sollte. Natürlich ist das Nachrüsten nicht gerade billig, aber wer gerade Haus baut kalkuliert diese Kosten wohl gerne ein.

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