KNX Präsenzmelder | Wohin damit und warum?

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Präsenzmelder über der Tür

Schaltest du dein Licht noch, oder lässt du schalten? Bei dem Thema KNX Präsenzmelder gibt es mal wieder zwei Fraktionen „Braucht kein Mensch“ und „Die geilste Erfindung seit dem Feuer“. Naja, vielleicht gibt es hier und da noch jemanden dazwischen.

Warum so ein KNX Präsenzmelder nützlich ist und wohin er gehört, versuche ich heute zu ergründen.

Was ist überhaupt ein KNX Präsenzmelder?

Die meisten kennen einen Bewegungsmelder. Der hängt rechts neben der Eingangstür und schaltet das Licht an, wenn sich jemand nähert. Eine ganz praktische Sache also. Nun ist ein KNX Präsenzmelder nichts anderes als ein besonders empfindlicher Bewegungsmelder. Es gibt nämlich Situationen, da bewegt man sich naturgemäß nicht so viel. Deshalb gehört in das Gäste WC ein KNX Präsenzmelder und kein Bewegungsmelder. Sonst müssen die Gäste halt immer winken, wenn das Licht an gehen soll.

Was kann denn so ein KNX Präsenzmelder, außer Präsenz melden?

Nun die heutigen Präsenzmelder können noch andere Dinge. Die meisten liefern dir auch gleich die Helligkeit in LUX mit. Du kannst das Licht also einschalten, wenn jemand da ist und es dunkel ist. Bessere Varianten haben sogar einen Temperatursensor eingebaut. Damit kannst du auch noch die Heizung über den KNX Präsenzmelder steuern. Aber Vorsicht, so ein Melder hängt nun mal unter der Decke, wenn es dort 22 Grad sind, muss es in dem Raum noch lange nicht warm sein.

Wohin mit den ganzen Präsenzmeldern?

Diese Frage muss sich jeder Häuslebauer selber beantworten. Einigkeit besteht darüber, dass ein Melder ins Gäste WC gehört. Zumindest gibt es da die wenigsten Gegenargumente. Das Flurlicht kann auch vom Präsenzmelder geschaltet werden. Allerdings ist hier auf den Einbauort zu achten. In einer Ecke fällt der Melder nicht so auf, kann aber vielleicht nicht den ganzen Raum erfassen. Im Flur spielt der KNX Präsenzmelder jedoch eine andere Trumpfkarte. Bei uns ersetzt er 5 Taster. Die hätten 600 Euro gekostet, der Melder gerade mal 120 Euro. Wobei du da sicher sein solltest, von Anfang an auf KNX zu setzen. Ein paar Argumente dafür gibt die der Beitrag „KNX Neubau | Erst konventionell und dann KNX?“ an die Hand.

Und im Badezimmer?

Kommen wir zum Badezimmer. Hier verbauen die Hausherrn gerne mehr als einen Präsenzmelder. Ob diese dich dann auch noch unter der Dusche erfassen, hängt oft vom Melder ab. Ich hab sogar schon von welchen gelesen, die durch die Wand funktionieren. Was nicht immer erwünscht ist.
Die Nassräume haben wir also abgehackt, was ist mit dem Rest? Grundsätzlich wäre meine Meinung:

Immer dort wo Licht oft eingeschaltet wird und keine Szenen Verwendung finden.

Beispiel: Abstellraum ohne Fenster. Ganz klar ein „Ja“. Da machst du eh nur die Tür auf und holst den Staubsauger raus.
Beispiel: Wohn-Esszimmer. Ganz klar ein „eher nicht“. Hier wirst du wahrscheinlich eh häufig zwischen den Szenen „essen“, „fernsehen“ oder „alles hell“ entscheiden. Das machst du über einen Taster.
Alle anderen Räume würde ich nach der Regel oben entscheiden. Nehmen wir noch das Schlafzimmer. Hier schaltest du, besonders im Winter, häufig das Licht an und aus. Das spricht für einen Präsenzmelder an der Decke. Allerdings musst du diesen aus schalten wenn du schlafen gehst. Oder du machst das so elegant wie der Nutzer im KNX-User-Forum:  „Welcher Bewegungsmelder / Präsenzmelder für indirekte Beleuchtung unterm Bett?

In der Küche wirst du wohl wieder ein paar Szenen haben. So was wie „Kochen“, „Essen“ oder „nur mal kurz was aus dem Kühlschrank holen und kein Licht anmachen“. Da würde ich nicht unbedingt einen KNX Präsenzmelder verbauen. Falls du noch ein Paar Ideen brauchst wohin mit der KNX Leitung, lies mal den Artikel: „KNX Projekte | Wo ziehst du die grüne KNX Leitung hin?

Fazit

Nun weißt du was ein KNX Präsenzmelder ist und wo er Sinn macht. Jetzt liegt es an dir, ob und wo du welche in deinem Haus verbaust. Am einfachsten ist es natürlich in jedem Raum einen vorzusehen, allerdings muss du da viele Dosen in die Decke bohren.
Bedenke noch etwas: Kein Hersteller hat bis heute eine 100 Prozentige „Kleintiererkennung“. Hast du also eine Katze oder einen Hund, wird die auch an den Präsenzmeldern im Haus ihre Freude haben.

Viel Spaß mit KNX!

2 Gedanken zu “KNX Präsenzmelder | Wohin damit und warum?

  1. Schön geschrieben. Das Beispiel mit dem Gäste-WC ist wirklich so. Hier hat die Woche sogar meine Frau abgenickt und als ich ihr erzählt habe, was möglich ist, hat sie darauf bestanden, dass der Lichtschalter wegkommt.

    Ansonsten werden wir aus Platzgründen wohl auch im Techni- / Haushaltsraum einen Präsenzmelder verbauen. Hier wird der Verteilerschrank dank KNX soviel Platz einnehmen, dass kein Platz mehr für den Lichtschalter da ist… 🙂

    1. Danke! Wir haben jetzt auch einen in der Garage. Das ist für uns so ein „Durchgangsraum“ da macht das durchaus Sinn.
      Viele Grüße,
      Damian

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