2014-12-05T21:46:58+00:00 Programmierung

KNX Automatisierung | Smarthome.py, der HomeServer im Skript Format

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Irgendwann kommt die Zeit für den Homeserver. Das ist so gut wie sicher. Du willst irgendeine komplexe Logik realisieren, oder bestimmte Zustände abspeichern. Außerdem ist eine Visualisierung, in Zeiten in denen ein Tablet für 100 Euro zu haben ist, quasi schon Pflicht. Ein kostenloser HomeServer ist die Software SmartHome.py über die ich heute mal schreibe.

SmartHome.py eine echte Alternative zum teuern HomeServer?

Ich sag es dir lieber gleich, im Leben ist es so:

Entweder du nimmst Geld in die Hand und kaufst fertige Lösungen die mehr oder weniger passen. Oder du willst es umsonst und bist bereit einiges an Zeit in die Sache zu stecken.

Nicht anders verhält es sich bei SmartHome.py. Während die Installation noch recht einfach ist, ist die Konfiguration schon etwas anspruchsvoller. Das Customizing, also das anpassen an deine Vorstellungen steht dann auf einem ganz anderen Blatt. Du bist die ganze Zeit in Textdateien unterwegs und wenn du vergisst eine Klammer zu schliessen, wird die Software nicht starten.

Es gibt Logiken und Plugins für alle Eventualitäten.

Wenn du bis hierher weiter gelesen hast und immer noch denkst „bisher kein Problem“, dann: willkommen im Club. Ich habe einen SmartHome.py Server am laufen und finde er tut was er soll. Eigentlich ist es nämlich eine sehr nützliche Software. Es gibt Plugins für alle möglichen Anwendungen. Man kann seine Fritzbox anschliessen und so das Licht blinken lassen, wenn das Telefon klingelt. Seit kurzem benutze ich ein Plugin, das mir vom Deutschen Wetter Dienst die Vorhersage für die Nacht auf den Bus holt. So kann ich die Rollläden komplett schliessen wenn Frost für die Nacht angesagt ist, ansonsten bleiben die Rolllos ein wenig geöffnet. Es gibt ein Plugin mit dem man die smartVISU, eine Visualisierung für den WebServer, anschliessen kann. Das mysql Plugin schreibt sogar Nachrichten, die über den Bus laufen, in eine Datenbank. Ein ewiger Busmonitor für bestimmte Gruppenadressen. Gerade ist eine Zeitschaltuhr als Plugin in der Entwicklung die sogar Zeiten in der Form „sunset-30m“ unterstütz. Die Uhr sendet in diesem Fall eine Gruppenadresse 30 Minuten nachdem die Sonne unter gegangen ist.

Du merkst schon, SmartHome.py ist ganz schön mächtig und nützlich, wenn man sich mal durch die ganze Konfiguration gewühlt hat.

Die Installation und Konfiguration von SmartHome.py

Am einfachsten ist es sich das Image für einen Raspberry PI zu holen und es aufzuspielen. Da ist alles vorkonfiguriert und man kann direkt mit dem Customizing los legen. Sogar die smartVISU ist dabei. Wer keinen Raspberry PI hat, oder auch, wie ich, sowieso einen Ubuntu Server laufen hat, der holt sich die Zip Datei, die richtigen Python Module und kann auch los legen. Ach ja, du brauchst eine laufende EIBD Instanz, aber die kann auch direkt auf dem Server oder „raspi“ laufen. Es gibt unzählige Anleitungen im Netz die zeigen wie du die Software installierst und konfigurierst.

Die Konfiguration von SmartHome.py. Das KNX Plugin stellt die Verbindung zum EIBD her. Das smartVisu Plugin sichert die Verbindung zur Visualisierung.

Die Konfiguration von SmartHome.py. Das KNX Plugin stellt die Verbindung zum EIBD her. Das smartVisu Plugin sichert die Verbindung zur Visualisierung.

Das customizing, also anpassen an deine Umgebung und deine Wünsche.

Hier fängt dann die Arbeit an. Es müssen alle Gruppenadressen als so genannte Items angelegt und mit dem richtigen Typ versehen werden. Mir ist leider kein Skript untergekommen, das aus den ETS Gruppenadressen eine Konfiguration für SmartHome.py erstellt. Wenn du eins kennst sag mir Bescheid. Hast du die Gruppenadressen importiert geht es an die Plugins und Logiken. Wenn dir Python kein Fremdwort ist, nein nicht die Schlange, die Skriptsprache, dann wirst du schnell klar kommen. Ich musste erst einmal noch einige Dinge lernen. Die Aktivierung des Plugins war dann noch einmal eine Herausforderung für sich. In der Welt der kostenlosen software ist Eigeninitiative halt das Zauberwort. Wenn etwas also nicht so läuft wie du es willst, krempelst du die Ärmel hoch, machst dir die Hände schmutzig und lernst eine Menge dabei. Zum Beispiel das in Python Skripten ein TAB nicht das gleiche ist wie zwei Leerstellen.

SmartHome.py als vollständige Lösung für einen HomeServer.

Hast du dich erst einmal durch das Dickicht geschlagen, eröffnet sich dir eine unendliche Menge an Möglichkeiten. Dadurch , das die Logiken in Python geschrieben werden ist alles möglich. Du könntest sogar abhängig vom Aktienkurs deiner Lieblingsaktie die Raffstores auf halbmast fahren lassen. Es gibt keine Einschränkungen. Auf der anderen Seite würde ich diese Lösung nur bei Kunden einsetzten, die sehr genau wissen was sie tun, oder besser noch, nichts von sich aus anpassen. Wer mit SmartHome.py ein Haus steuert und dann ungetestet Logiken einbaut, darf sich nicht wundern wenn nichts mehr funktioniert. In anderen Systemen werden wenigstens einige Tests gemacht, oder du darfst von vornherein nur bestimmte graphische Module verwenden. Da kann nicht so viel schief gehen.

Wenn du also ein Bastler bist und dazu stehst, du einen HomeServer haben willst der wirklich bis ins letzte Detail angepasst werden kann, versuch mal SmartHome.py und berichte von deinen Erfahrungen.

Viel Spaß mit KNX!

 

PS: Und wenn du das Beitragsbild immer noch nicht verstanden hast 🙂 Das ist eine Python!

Beitragsbild: Nemo / Pixabay

Aktualisiert: 5. Dezember 2014

Ein Kommentar zu KNX Automatisierung | Smarthome.py, der HomeServer im Skript Format

  1. says:

    Bekommt man das als Laie auch selbst konfiguriert?

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