2015-06-10T23:00:35+00:00 Allgemein

Komponenten | Wir bauen uns ein KNX-Testbrett

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Jeder fängt mal klein an. Um mit KNX anzufangen brauchst du nur zwei Dinge:

  1. Die kostenlose ETS5 Demo Software
  2. Ein Testbrett

Die Software kannst du kostenlos auf KNX.org herunterladen. Das Testbrett wirst du dir selber zusammenstellen. Was du brauchst, zeigt dir dieser Artikel.

 

Die Einzelteile vom KNX-Testbrett

In dem Artikel „kleinste KNX Installation zum ausprobieren“ hast du ja schon gelernt, woraus eine Anlage besteht, ich gehe hier nochmal direkt auf die einzelnen Komponenten ein und führe dich zu den Geräten. Der gesamte Aufbau benötigt nur 3 physikalische Adressen, damit du es als Projekt in der kostenlosen ETS5 Software anlegen kannst. Fangen wir mal mit der Spannungsversorgung an.

Die Spannungsversorgung: Für ein Testbrett reicht die kleinste Versorgung die du kriegen kannst. Also eine 160 mA Versorgung wie die #9070922 von Theben. Damit kannst du prinzipiell 16 Komponenten versorgen. Wer die Spannungsversorgung des Testbrettes später sinnvoll im Haus einsetzten möchte sollte eine größere nehmen. Die STV-0640.01 vom MDT schafft ohne Probleme 64 Komponenten und ist unwesentlich teurer. Achte darauf, dass die Versorgung eine integrierte Drossel hat. Manchmal kann man so eine Spannungsversorgung auch günstig bei Ebay schießen.

Die Schnittstelle zum PC: Über die Schnittstelle werden die Komponenten programmiert und parametrisiert. Über diese Schnittstelle kann die ETS5 auch Daten auslesen und die Komponenten steuern. Es gibt inzwischen nur noch zwei Wege auf den Bus, über USB oder über das Netzwerk. Ich würde immer ein IP-Interface nehmen. Das wird an den Router angeschlossen und gut ist. Die ETS5 verbindet sich dann über das Netzwerk mit dem Interface und das Testbrett kann sonst wo im Haus stehen. Schnittstellen wie das SCN-IP000.01 IP-Interface von MDT kosten nicht die Welt und sind leicht zu konfigurieren.

Diese Komponenten werden nicht in einem Projekt der ETS5 verwaltet. Die Stromversorgung kannst du zwar einfügen, musst du aber nicht. Du hast jetzt also immer noch Platz im Projekt für 3 Komponenten die eine physikalische Adresse haben wollen. Zwingend empfehlen würde ich dir einen Sensor und einen Aktor. Damit du möglichst viel ausprobieren kannst.

Der Sensor: In einem anderen Post habe ich hier einen Binäraktor empfohlen. Heute mache ich es dir einfacher: Der Glastaster 4-fach plus mit Temperatursensor hat 4 einzel programmierbare Tasten und einen Temperatursensor verbaut. Damit kannst du mit jeder Taste etwas anderes steuern und sogar Funktionen temperaturabhängig aufrufen. Wer möchte kauft noch einen Präsenzmelder wie den SCN-P360D1.01 von MDT und kann das Licht einschalten wenn jemand den Raum betritt.

Der Aktor: Hier solltest du nicht zu klein dimensionieren. Klar geht ein 1-fach Dimmer wie der 5WG1528-1AB41 von Siemens, aber mal ehrlich das wird schnell langweilig. Also nimm einen Jalousie/Schaltaktor wie den AKU-1616.01 vom MDT. Damit kannst du 8 Rollläden oder Jalousien steuern oder 16 Steckdosen schalten. Natürlich gehen auch 2 Rollläden und 12 Steckdosen. Das lässt dir viele Möglichkeiten zum spielen.

Was du jetzt noch brauchst ist ein Stück der KNX-Leitung (leider gibt es die nur in 50 Meter Länge) Y(St)Y 2x2x0,8 und dann geht es ans verdrahten. Immer schön die rote Ader an die rote Klemme und die Schwarze an die Schwarze.

Entweder du schraubst die Komponenten auf ein Testbrett, oder aber du verbindest sie einfach nur mit der KNX-Leitung und lässt alles so liegen. Jeder wie er möchte. Mit diesem Testaufbau kannst du dann schon ein Zimmer gut automatisieren. Licht schalten bei Anwesenheit von Personen, Rollläden zu wenn das Licht eingeschaltet wird, usw.

Hier nochmal die Links zu den einzelnen Artikeln:
Spannungsversorgung:   #9070922 , 138,93 €
IP-Interface: SCN-IP000.01 , 178,90 €
Glastaster: Glastaster 4-fach plus mit Temperatursensor 104,91 €
Präsenzmelder: SCN-P360D1.01 , 81,44 €
Jalousie/Schaltaktor: AKU-1616.01, 277,46 €
KNX-Leitung: Y(St)Y 2x2x0,8 , 15,49 €

Insgesamt kommst du also auf stolze 797,13 Euro plus Versand. Rund 800 Euro um sich in die Praxis von KNX einzuarbeiten. Das schöne daran ist, du kannst all diese Komponenten später weiter in deinem Haus oder deiner Wohnung verbauen und du hast unzählige Möglichkeiten die Komponenten zu parametrisieren. Also,

viel Spass mit KNX!

Aktualisiert: 10. Juni 2015

5 Kommentare zu Komponenten | Wir bauen uns ein KNX-Testbrett

  1. says:

    Hmm den AKU-1616.01 würde ich später allerdings lieber nicht verbauen, höchstens vielleicht als reinen Jalousieaktor wg. dem gemeinsamen L & N für alle Kanäle. Zum Testen bräuchte man ohnehin noch einen entsprechenden Motor, kannst Du da etwas empfehlen?

    Gruß Mario

    • Hallo Mario, danke für deinen Kommentar. Wie kommst du darauf, dass da nur ein L & N für alle Kanäle verwendet wird? Ohnehin würde es mich wundern, wenn ein Aktor auch N schaltet, aber dann auch noch 16 Kanäle auf einen L legen? Die Eingänge „unten“ (L & N) sind zur Überwachung einer Versorgungsspannung. Wenn du dir mal die Anleitung ansiehst http://www.mdt.de/download/MDT_AOI_Universal_Actuator.pdf wirst du sehen, dass immer 4 Kanäle auf einer L liegen können.
      Als „Motor“ kannst du erst mal ein paar Leuchten nehmen, das wird aber schnell langweilig. Dann kannst du jeden Motor nehmen den du kriegen kannst. Ohne Rollläden wird dir aber auch da schnell der Spass vergehen.

      Grüße,
      Damian

      • says:

        Uhm okay da habe ich mich schlecht ausgedrückt. Ja, je 4 Kanäle liegen auf einem gemeinsamen L. Das ist schonmal ein immenser Nachteil in Sachen Flexibilität bei der Absicherung später. Die L & N Anschlüsse unten sind laut Anleitung zur Versorgung des Aktors selbst – Nicht zur Überwachung. Auch ist dieser Aktor nicht bistabil, er braucht die Versorgungsspannung um den Kanalschaltzustand zu halten.

        Lampen als Motor-Ersatz kann man sich schenken, die hat der Aktor ja bereits in Form der LEDs die den Status anzeigen – Auch Auf-/Abwärtsfahrt.

        Wenn man also ohne „richtigen“ Rollo wie Du sagst „schnell der Spaß vergeht“, warum empfiehlst Du diesen Aktor dann für ein Testbrett? Da tut’s dann doch auch reiner bistabiler Schaltaktor, vielleicht sogar mit Strommessung. Daher meine Frage.

        • Hallo Mario,
          mein Testbrett damals hatte einen reinen Rollladenaktor, de ich sehr günstig bei Ebay geschossen habe. Das Gefühl, wenn das erste mal, beim drücken auf den Taster, das Kontrolllämpchen angeht ist schon ein Hochgefühl. Das vergeht aber recht zügig. Egal was für einen Aktor du dir kaufst. KNX ist dazu da etwas zu steuern, also Licher zu schalten oder Rollläden zu fahren. Also habe ich nach ein paar Wochen mein Testbrett im Wohnzimmer an die Rollläden angeschlossen. Dazu habe ich sogar extra Leitungen und Kabelkanäle gelegt. Nun konnte ich mit meinem Rechner die Rollläden steuern und sogar auf 50% fahren. Für die weiteren Versuche hätte ich damals einen Schaltaktor gebraucht. Ich hab dann meinen Rollladenaktor als Schaltaktor „missbraucht“, was ich allerdings nicht empfehle. Deshalb würde ich immer für ein Testbrett einen Aktor nehmen, der möglichst viel kann.
          Die wirklichen „Testfälle“ kommen eh später durch die Nutzung. Z.B. „Wie fahre ich die Rollläden sonnenabhängig?“ usw. Mit einem reinen Schaltaktor bist du auch wieder eingeschränkt was das Rumspielen angeht. Bistabil ist zwar auch schön, aber was hilft es dir, wenn der Aktor durchgeschaltet bleibt, aber der Strom ist weg?
          Mit dem Universalaktor kannst du, vorausgesetzt deine Leitungen lassen es zu, später 2 Rollläden steuern, das Licht schalten und dann noch ein paar Dosen versorgen. Damit kannst du schon ein Zimmer recht gut automatisieren. Ob du ihn später im Haus verwendest oder nicht, bleibt dir überlassen. Wenn du eh einen 8-fach Rolladenaktor brauchst, kannst du den ja nehmen. Oder du lässt den als „Spielaktor“ liegen und hast einen Ersatzaktor für beides Rollläden und Schalter.
          Im Endefekt habe ich versucht ein Testbrett zusammen zu stellen, was möglichst viele Funktionen unterstützt, da ist ein Universalaktor nun mal besser zu gebrauchen.
          Mir fällt jetzt kein Universalaktor mit Strommessung ein, das wäre auch noch gut für ein Testbrett 🙂

  2. says:

    Hallo,

    Vielen Dank erstmal für die informativen Beiträge. Mich würde noch interessieren ob für das IP-Interface eine extra Spannungsversorgung benötigt wird, und wenn ja, welche Geräte können dafür genutzt werden.

    Mfg.

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