MDT Wetterstation SCN-WS3HW nach 4 Jahren

Geschätzte Lesezeit: 5 min

Nach fast 5 Jahren auf dem Dach, gibt es heute einen Erfahrungsbericht zur meiner MDT Wetterstation. Gekauft 2015, angebracht 2016 auf dem Mast der Satellitenschüssel. Jetzt, nach fast 5 Jahren die erste „Reparatur“. Heute würde ich keine Wetterstation mehr kaufen, oder diese woanders anbringen. Warum liest du in diesem Artikel.

Haltbarkeit von Elektronik auf dem Dach

Weder der Aufstellungsort, noch die Tatsache, dass so eine Wetterstation alles mögliche können muss, tragen zur Haltbarkeit bei. Ich bin weiterhin zufrieden mit der MDT Wetterstation und beeindruckt davon, wie wacker sie sich gegen Wind und Wetter schlägt. Langsam komme ich nun aber zur Vernunft und glaube, dass ein Dach der falsche Ort ist um komplexe Elektronikteile zu lagern.

Aufstellungsort einer MDT Wetterstation

Wenn du dich mit jemandem unterhältst, der etwas von Elektronik versteht, hörst du folgendes: Trocken, nicht zu warm, nicht zu kalt, wenn möglich keine direkte Sonne. Das ist so ziemlich das Gegenteil von den Empfehlungen für den Aufstellungsort einer Wetterstation: Sie muss in drei Richtungen schauen können (Ost, Süd und West) und steht am besten direkt in der Sonne, damit die Beschattung gefahren werden kann. Die MDT Wetterstation SCN-WS3HW hat auch ein Windrad, und kann einen Windalarm senden um die Markise zu fahren. Also sollte die Station auch gut im Wind positioniert werden.

Alles befolgt, hängt unsere Station am Mast der Sattelitenschüssel. Da bei uns in der Gegend die Schüsseln nach Süden zeigen, bot es sich an den Mast etwas länger zu gestallten und die Station direkt da darauf zu montieren. Sie hängt also ca. 1 Meter über unseren Dachpfannen ist aber aus dem Norden durch den First geschützt. Im Sommer knallt da schon morgens voll die Sonne drauf, gegen Mittag gibt es dann wohlige 50 Grad oder mehr. Dafür gibt es dann im Winter die schöne Abkühlung auf bis -15 Grad Celsius (dieses Jahr zumindest). Wind und Regen sind auch genug da. Regen wird zwar nicht gemessen, bei Sturm tut mir das Windrädchen aber doch manchmal leid. Perfekte Bedingungen also für eine Wetterstation. Die Schlimmsten Bedingungen für eine Platine.

Wie lange soll das halten?

Nun diese Frage kann dir wohl keiner beantworten. Meine war jetzt kurz davor den Geist aufzugeben. Das hat sich schon letzten Herbst gezeigt. Die Werte für „Dämmerung“ gingen am Tag nicht mehr über den Schwellwert, dadurch blieb unsere Treppenbeleuchtung den ganzen Tag an. Ich habe aber gemerkt, wenn es einige Tage sonnig war, dann ging der Wert höher und die Station funktionierte wieder besser.

Vor ca. einem Monat war es dann komplett vorbei. Die Station lies sich zwar noch Parametrieren, war über die ETS5 vollkommen erreichbar, sendete aber nur noch Nullen als Werte. Dafür lag die übermittelte Temperatur, auf die ich noch nie geachtet habe, bei 70 Grad Celsius. Egal was draußen für ein Wetter war. Also ab aufs Dach und runter damit. Jetzt musst du noch wissen, die Station hat ein 5 Meter Kabel dabei und ist bei uns innen im Dachgeschoss an KNX angeschlossen. Das musste ich zuerst durch die Dachpfannen friemeln. Als ich das gute Ding in der Hand hatte, war klar was los war. Durch Kondenswasser hat sich so eine unschöne grüne Schicht in der Station gebildet.

Kondenswasser in der Wetterstation nach 4 Jahren auf dem Dach.

Die Reparatur:

Nach so vielen Jahren in der Sonne, gehst du mit dem Kunststoff sehr vorsichtig um. Mir ist klar, dass die Hülle jegliche Biegsamkeit verloren hat. Doch ich hatte Glück. Mit gaaaanz viel Gefühl und gaaaanz viel gutem Zureden habe ich das Windrad nach oben raus ziehen können. Ich weiß nicht, ob das so gewollt ist, allerdings war das meine einzige Möglichkeit. Nach dem Windrad kam dann die Elektronik. Das war einfach.

Diese grüne Schicht hat dafür gesorgt, dass die Helligkeitswerte immer kleiner wurden.

Die grüne Schickt habe ich mit Kontaktspray (von WD40) sauber gekriegt. Einfach in alle Ecken gesprüht, und trocknen lassen. Danach wurde die Wetterstation einem mehrtägigem Indor-Test unterzogen (einfach anschließen und schauen was passiert) und siehe da. Sie meldet wieder realistische Werte.

Damit das ganze etwas länger hält habe ich die Platine vor dem Zusammenbauen ordentlich mit Plastik 70 (von Kontakt Chemie) eingesprüht. Das ist ein durchsichtiger Lack, der vor Feuchtigkeit schützen soll. Dabei immer schön darauf achten, nicht die Sensoren zu lackieren. Das könnte vielleicht die Werte negativ beeinflussen.

Wieder zusammengebaut und ab aufs Dach.

Aktueller Zustand:

Die Station tut seit einigen Wochen wieder unbeeindruckt ihren Dienst. Meldet 4 Helligkeitswerte (Ost, Süd, West und Dämmerung) und auch den Wind. Sollte sich das ändern, wirst du das als erster erfahren.

Ich gebe der Wetterstation keine 5 weitere Jahre mehr. Jetzt nach dem öffnen, ist sie wahrscheinlich nicht mehr so dicht wie zuvor. Zudem sehen einige Bauteile auf der Platine auch nicht mehr so super aus. Bin also gespannt, wie lange das ganze noch funktioniert.

Meiner Meinung nach, ist es der Versuch die Eierlegende Wollmilchsau zu bauen und dann zu glauben, diese würde sich sowohl im arktischen Winter als auch in der Hitze der Wüste wohl fühlen.

Die Station bringt einiges an Elektronik mit sich (alles integriert und die meiste Zeit draußen auf dem Dach). Von der Steuerung der Beschattung, bin ich bis heute überzeugt. Zudem misst sie auch noch die Temperatur, die kein Mensch an der Stelle braucht. Obwohl die Verarbeitung sehr gut ist und ich sicher bin, an einer besseren Stelle würde die Elektronik noch Jahrzehnte halten, wäre die Frage für mich: Wohin mit dem Ding? Es muss ja in alle Richtungen schauen können.

Jetzt sind die Werte wieder wunderbar, wie der IP-Symcon Graph zeigt.

Fazit

Das waren meine bisherigen Erfahrungen mit der MDT Wetterstation SCN-WS3HW. Sie hat lange gehalten und braucht nun nur ein wenig Zuneigung. Mal sehen wie lange sie jetzt noch ihren Dienst tun wird. Mit dem heutigen Wissen, hätte ich mir 3 Lichtsensoren (zum Beispiel die von Elsner) gekauft und in die entsprechenden Himmelsrichtungen angebracht. Das Windrad wäre dann eins, bei dem die Elektronik im Haus ist und nur der Sensor draußen. Ja, dann müsste die Beschattung ein HomeServer übernehmen, aber das kann heute sogar knXpresso von Haus aus. Auf jeden Fall würde ich sagen, hält diese Lösung bestimmt 20 Jahre.

Naja, ich halte dich auf dem laufenden wie es weiter geht. Schreib mir doch mal deine Erfahrungen mit anderen Wetterstationen, vielleicht habe ich nur ein Montagsmodell erwischt?

Viel Spaß mit KNX,
Damian

9 Gedanken zu “MDT Wetterstation SCN-WS3HW nach 4 Jahren

  1. Ich habe ebenso eine solche MDT-Wetterstation. Seit 7 Jahren an der Fassade (Südseite). Bin sehr zufrieden damit, bisher ohne Probleme (auf*Holz*klopf). Aber wenn ich das nächste Mal mit der Leiter in der Nähe bin, schaue ich mir das Teil mal etwas genauer an …

    1. Hallo Michael,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich immer über solche Berichte. Vielleicht hatte ich ja auch nur Pech.
      Kriegt deine Station Regen ab? Ich bin am überlegen, ob ich die Station nicht irgendwo hin baue, wo sie wenigstens vor Wasser geschützt ist.

      Viele Grüße,
      Damian

  2. Hallo Damian

    Kannst du mir sagen, wie du die WS an deinen Master montiert hast?
    Meine soll im März auch dort montiert werden. Aber ne Idee habe ich nicht. Mit Banderdungsschellen ?

    Vielen Dank für deine Hilfe
    Bernd

    1. Hallo Bernd,
      danke für deinen Kommentar.
      Ja genau. Ich habe einfach eine Banderdugsschelle genommen und den originalen Kunststoff Halter am Mast befestigt. Das muss ja nicht wer weiß wie feste halten. die Station wiegt ja nichts.

      Viele Grüße,
      Damian

    1. Hallo Volker,
      danke für deinen Kommentar. Von der Theben habe ich auch schon viel Gutes gehört.

      Viele Grüße,
      Damian

  3. Mir ist dieser Blog durch Zufall aufgefallen. Leide rkann ich hier nicht im Detail eingehen. Aktuell gleich vorne weg besagt mir schon der Montageort (SAT), dass bereits hier eine Fehlerquelle, ein NoGo vor liegt. Eine Wetterstation ist frei von allem zu montieren. In der REgel benötigt man gar keine! Es kommt immer auf die Anforderungen an. Auch reicht z.B. ein Windmesser, oder Helligkeitssensor nicht aus, sondern an jeder Fassade. In größeren Immobilien sitzt pro Fassade eine Wetterstation bzw. in Städten bei Problemfällen.

    So jeder fertigt so vieles und das „so viele“ wird dann von den Anwendern, welche stellenweise relativ wenig an Erfahrung besitzen hoch gepusht. Man erzeugt eine Produkthype! Stellenweise besitzen die Treiber nicht mal ein derartiges Produkt, sondern geben ihren „Senf“ nur aus dem weiter was sie lesen. Besonders schlaue verschandeln die WEtterstationen mit Farbe, mit Tabuengitter u.a. und möchten dann später seitens der Hersteller immer wieder mal eine Neue.

    Da ich Geräte seit zig Jahren auch teste und immer wieder bei Bugs fündig werde verweise ich jedem Leser auf meine Empfehlung, die „Stimmigkeit der Kette“ . Die beginnt beim Kauf, Support und Reparatur. Hier mein ungeschlagener Favorit „Elsner electronik“. Da passt wirklich alles, wober der Hersteller wirklich für seine Produkte einsteht. Allein die Durchlaufzeiten bei Firmwareänderungen, Reparaturen u.ä. sind traumhaft. Die Palette der Elsner Wetterstationen bzw. ergänzenden Produkte konnte ich über weit einem Jahrzehnt testen. Hierbei fiel nicht eine Wetterstation aus. Es gab keinen Algenbelag, keinen Nist- bzw. Spielplatz für Vögel und selbst die hohen Temperaturen auf dem Dach zeigen keine Auswirkungen. Die Applikation ist durchdacht und lässt viel Spielraum für den Anwender. Es schließt sich der Kreis im Falle eines möglichen technischen Problems durch die gute Erreichbarkeit des fachkundigen Supports.

    Aktuell übersieht der Anwender die Wahl des richtigen Standortes. Eine Wetterstation misst nur da wo sie steht. Ein SAT Spiegel schafft Verwirbelungen. Bei mir kann der Wind im Osten extrem sein, derweil im Süden nahezu Windstille ist. Nur da sitzt ein eigener Messer ganz nah am Geschehen.

    Übersehen auch, das es WEtterstationen gibt, welche man mit 220 Volt betreiben muss. Außerhalb des Daches. Derartiges hole ich mir nicht ins Haus. 24 Volt hat sich immer bewährt. Geänzlich unterschätzt auch der Einbau eines Überspannungsschutzes z.B. von Dehn. die meisten Wetterstationen erleiden Schaden weniger von außen, sondenr eher durch uns Bastler von innen.

    1. Hallo Schitzlutz,
      vielen Dank für den Kommentar. Die Wetterstation von Elsner Elektronik war mir noch nie aufgefallen. Kannst du erklären, wie dort die Windgeschwindigkeit gemessen wird? Ich sehe nämlich kein Windrad.
      Zum Standort: Ich verstehe nicht ganz, warum der Standort an einem verlängerten Mast einer Satelitenschüssel ein Nachteil ist. Die Station steht frei und kann von allen relevanten Seiten vom Wind erreicht werden. Die Station ist ja ca. 30 cm über der Schüssel angebracht, nicht dahinter :-).
      Zu der Aussage „In der Regel benötigt man gar keine!“ Wie regelst du eine Beschattung nach Sonnenstand und Intensität ohne Wetterstation? Die Hauptaufgabe meiner Wetterstation ist ja, die Rolläden nur an der Fassadenseite zu fahren, an der gerade die Sonne scheint.

      Viele Grüße,
      Damian

  4. Hallo Damian,

    klasse Beitrag! Ich habe es im Arbeitsalltag auch schon bei anderen, augenscheinlich ähnlich aufgebauten Wetterstationen erlebt, dass Feuchtigkeit in das Gerät eindringt. Bei mir waren dann oft keine Algen das Problem, sondern Korrosion auf Platine oder KNX-Klemme. Ich selber bin ein Fan von Wetterstationen, die auf bewegliche Teile verzichten. Zu oft schon mussten wir nach 3-5 Jahren eine Wetterstation auf eigene Kosten ersetzen, da das Windrad durch die UV-Strahlung brüchig wurde und dann durch Hagel oder starken Wind zerstört wurde.
    Wetterstationen ohne bewegliche Teile hatte ich schon folgende verbaut:
    Hager TG053A: Fühlt sich ein wenig billig an, die Windgeschwindigkeit wird per Temperaturdifferenz gemessen, leider wenig Funktionen.
    Gira KNX Wetterstation Standard: Fühlt sich wertig an und läuft seit Jahren bei mehreren Kunden ohne Probleme, Optisch ansprechend, Wind wird auch per Temperatur gemessen, ordentliche Funktionalität die mittels Logikserver und Fleißarbeit auch komplexere Verschattungssteuerungen ermöglicht (Die Gira KNX Wetterstation Plus büßt meiner Meinung nach optisch extrem ein, aber hat dafür erhebliche Vorteile bei der internen Logik und Verschattungssteuerung. In der Praxis habe ich diese aber noch nicht testen können)
    BMS Quadra: Mein Favorit, aber man muss wissen, wie sie tickt. Hier wird der Wind mittels 4 Ultraschallsensoren auf der Gehäuseunterseite gemessen. Die Messung ist extrem präzise, inklusive Windrichtung (hier stoßen die Temperatur-Windmessungen leider an die Grenzen des technisch möglichen), aber leider auch anfällig für kleinere Verwirbelungen und Reflektionen. Rund um die Wetterstation darf nichts verwirbeln oder spiegeln… Satellitenschüsseln, Klimageräte, Entlüftungen, all diese Dinge können die Quadra stören. Wenn man das aber alles bedenkt und die Wetterstation nach Vorgaben des Herstellers verbaut wird, erwartet einen eine Fülle von Funktionen, 5 Helligkeitssensoren, 5 IR-Sensoren („Globalstrahlung) in Watt/qm, Zeitprogramme, 8 Gebäudesektoren (mit Ausrichtung und individuell konfigurierbaren Beschattungssteuerungen (Sonnenstandnachführung, Nachführung mit Position Horizontal oder Nachführung vertikal).
    Mit dieser Wetterstation haben wir schon einiges an Beschattung realisieren können, komplett ohne zentrale Logik.
    Ich kann nur raten, sich mal die Applikation beim Hersteller runter zu laden und in der ETS selber mal durch die Funktionen zu stöbern.

    Abschließend möchte ich noch quasi jeden Hersteller von Wetterstationen zitieren: „Es wird empfohlen, die Wetterstation halbjährlich von Staub und anderen Verschmutzungen mit einem schonenden Reinigungsmittel und einem weichen Schwamm zu befreien“. Also schnappt euch eine Absturzsicherung und rauf aufs Dach 😉
    P.S.: Bitte nicht wirklich machen, aber ich finde die Aussage einfach zu reizend, um sie unkommentiert zu lassen!

    Liebe Grüße
    Rouven

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