2014-11-28T17:45:51+00:00 Allgemein

Gastbeitrag | Passiv- oder Nullenergiehaus, baust du noch mit Heizung?

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Ja es ist so weit. Der KNX-Blogger hat seinen ersten Gastbeitrag. Inzwischen sind ja einige von euch hier unterwegs und der Blog fällt anderen auf. Der haus-xxl.de Blog stellt alle möglichen Haustypen vor und vergleicht sie miteinander. Ich habe Andre gebeten mir mal den Unterscheid zwischen Passiv- und Nullenergiehaus zu erklären und er hat es mit einem Artikel getan. Also an all ihr zukünftigen Häuslebauer da draußen, baust du noch mit Heizung oder schon ohne?

Passivhaus vs. Nullenergiehaus

Passivhäuser und Nullenergiehäuser gehören zu der neuen Generation des Hausbaus: Beide zeichnen sich durch eine hohe Energieeffizienz aus. Dennoch ist es wichtig, zu wissen, wo die Unterschiede liegen.
Weitere Informationen zum Nullenergiehaus finden Interessierte übrigens unter: http://www.haus-xxl.de/nullenergiehaus.



Passivhaus und Nullenergiehaus - was ist was?

Das Passivhaus zeichnet sich dadurch aus, seine Energie für die Beheizung des Gebäudes in erster Linie nur aus passiven Quellen zu beziehen, für die Restwärme wird zudem ein Heizsystem installiert. Das Nullenergiehaus dagegen geht noch ein Stück weiter: Hier wird komplett auf ein Heizsystem im Haus verzichtet.

Im Hinblick auf die Lüftung bzw. Dämmung ist ein Nullenergiehaus nicht sonderlich anders als ein Passivhaus. Allerdings kommt beim Nullenergiehaus unter Umständen noch eine solarthermische Anlage zum Einsatz, um für eine konstante Warmwasseraufbereitung zu sorgen. Die Elektrizität im Haushalt wird vom Nullenergiehaus vollständig selbst erzeugt, was in der Regel mit Photovoltaikanlagen geschieht. Die daraus gewonnene Energie kann auf verschiedene Arten genutzt werden, sei es um elektrische Küchengeräte nutzen zu können oder auch um das Brauchwasser zu erwärmen.

Beachtenswert ist in diesem Zusammenhang jedoch die Energie, welche für die Errichtung eines Nullenergiehauses überhaupt notwendig ist. Selbstverständlich kann diese nicht den gängigen Standards eines Nullenergiehauses entsprechen und ist zwangsläufig notwendig. Weil verschiedene energiegewinnende Komponente miteinander kooperieren, kann ein Nullenergiehaus deutlich mehr Energie produzieren als eigentlich notwendig ist. Hier spricht man dann schon wieder von einer neuen Variante - dem sogenannten Plusenergiehaus.

Genau wie auch das Passivhaus kann das Nullenergiehaus sowohl im Hinblick auf umweltfreundliche als auch finanzielle Aspekte überzeugen. Jedoch muss angemerkt werden, dass das Nullenergiehaus noch einige Vorteile mehr aufweist als das Passivhaus.
Aus finanzieller Sicht ist ein Nullenergiehaus interessanter, vor allem was den Verbrauch betrifft. So entstehen beispielsweise bei der Entstehung von Wärme nur sehr geringe Kosten, da eine solarthermische Anlage integriert wird. Auch Brennstoff bzw. die für seine Anschaffung verbundenen Kosten fallen damit weg. Weil auch die Wartungskosten relativ gering sind, überzeugt das Nullenergiehaus auch hier: Pro Jahr sollte man für die Energieerschließung rund 100 Euro an Kosten einkalkulieren.

Darüber hinaus werden noch Stromkosten gespart, weil das Nullenergiehaus den kompletten Strombedarf eines Einfamilienhauses wirklich komplett aus "eigener Kraft" abdecken kann. Somit gewinnt der Hausbesitzer Unabhängigkeit gegenüber externen Strom- und Gasbetreibern - und spart gleichzeitig eine Menge Geld.

Insgesamt ist das Nullenergiehaus also klar im Vorteil: Man hat die Möglichkeit, komplett auf die Nutzung von wertvollen fossilen Brennstoffen zu verzichten. Das Haus produziert eigens Strom, welcher vollkommen frei von Schadstoffen ist. Denn: Sogar Biomasse, die zu den erneuerbaren Energien zählt, wird nicht benötigt - und selbst die erzeugt Schadstoffe, wenn auch geringe.

Fördermöglichkeiten von Passivhäusern und Nullenergiehäusern

Der Bund, die Länder, die Kommunen und auch lokale Stromversorger fördern inzwischen die Errichtung von Energiesparhäusern. Das macht ein Passivhaus auch für Normalverdiener keinesfalls zu einer allzu kostenintensiven Investition. Statistiken zeigen, dass rund die Hälfte der Kosten für ein Passivhaus aus Fördergeldern bezahlt werden kann. So werden Neubauten von Passivhäusern über das Programm "Energieeffizient bauen" der KfW gefördert.
 Auch für Nullenergiehäuser gibt es zudem Fördermöglichkeiten. Nicht nur der Bund, sondern auch mehrere Bundesländer offerieren durchaus attraktive Fördermittel, wenn Bauherren sich dazu entscheiden, regenerative Energien beim Bau ihres Hauses zu verwenden. 
Auch hier bietet die KfW Möglichkeiten: Mit einer Förderung von ganzen 50.000 Euro beim Bau eines KfW-Effizienzhauses kann man als Bauherr schon einen großen Teil seiner Kosten einsparen und anderweitig nutzen.

Abschließend bleibt zu sagen:

Ganz egal, ob man sich für ein Passivhaus oder ein Nullenergiehaus entscheidet - im Vergleich zu einem "normalen" Neubau, in dem noch fossile Brennstoffe zum Einsatz kommen, sind beide Haustypen klar im Vorteil. Dennoch ist das Nullenergiehaus der klare Gewinner, da es die Vorteile des Passivhauses noch multipliziert und somit insgesamt und auf lange Sicht zu einer kostengünstigen Lösung wird.

 

Bildquelle: © Mark Mumm / pixelio.de

Aktualisiert: 28. November 2014

6 Kommentare zu Gastbeitrag | Passiv- oder Nullenergiehaus, baust du noch mit Heizung?

  1. says:

    Interessanter Bericht. Bei mir steht auch eine Entscheidung zum Thema Bauen an.

  2. says:

    Ganz interessanter Vergleich. Jedoch ist es schon noch so, dass jeder Bauherr die KFW Förderung zurückzahlen muss. Man bekommt hier zu schnell den Eindruck, dass man die 50K geschenkt bekommt, wenn man gegenwärtig ein KFW70 oder besser baut. Man bekommt die 50K aber lediglich zu einem sehr guten Zins finanziert und stottert die über maximal 10 Jahre wieder ab. Für eine Betrachtung der Investitionskosten gegenüber einer klassischen Baumethode taugt Dein Vergleich m.E. überhaupt nicht

  3. says:

    Toller Artikel mit sehr interessanten Informationen. Viele wissen in diesem Bereich gar nicht, auf welche Fördermittel man zurückgreifen kann. Da ist ein solcher Artikel doch eine sehr große Hilfe.

  4. says:

    Interessanter Beitrag! Das Passivhaus war mir bekannt, aber vom Nullhaus höre ich echt zum ersten Mal. Bei einem Eigenheim sollte man vllt. doch überlegen sich ein Nullenergiehaus zu bauen.

    http://www.thmbau.de/die-haeuser/einfamilienhaus.html

  5. says:

    Danke für diesen groben Überblick. Werde mich die nächste Zeit mal weiter in deinen Blog einfuchsen, um mein bevorstehendes Projekt besser angehen zu können.
    Dein Schreibstil gefällt mir echt sehr.

  6. says:

    Leider falsch … natürlich braucht auch ein Nullenergiehaus – wie ein Passivhaus – im Winter ein Heizzystem. Auch ist ein Nullenergiehaus NICHT „Unabhängigkeit gegenüber externen Strom- und Gasbetreibern“.
    Richtig ist lt. Wikipedia:
    „Nullenergiehaus ist ein Energiestandard für Gebäude, welcher erreicht ist, wenn der externe Energiebezug des Gebäudes im Jahresmittel durch den eigenen Energiegewinn (z. B. durch Solaranlagen etc.) aufgewogen ist. Technisch ist das Nullenergiehaus häufig eine Fortführung der Idee des Passivhauses“
    Bedeutet, dass ein Nullenergiehaus im JAHRESMITTEL genauso viel Energie selbst erzeugt, wie es verbraucht. IdR wird im Sommer überschüssiger Solarstrom ins Netz eingespeist, und im Winter Strom aus dem Netz bezogen (weil die Erträge der PV im sonnenarmen Winter zu gering sind, um den gesamten Energiebedarf – inkl. Wärme – zu erzeugen).
    „Unabhängig“ wäre es erst dann, wenn es die überschüssige Energie aus dem Sommer bis in den Winter rein speichern könnte. Nur LEIDER ist das (noch) nicht wirklich möglich.

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