2015-07-08T08:28:22+00:00 Allgemein

Grundlagen | KNX-Busleitung richtig verlegen

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Mich erreichen immer wieder so genannte Anfängerfragen. „Wie geht das jetzt mit den Leitungen? Wohin ziehe ich 230 V und wohin mit der KNX-Busleitung? Welche Anschlüsse hat ein Aktor, welche ein Sensor? Und so weiter und so fort…“ Also geht es heute mal „back to the roots“. Fangen wir mal ganz vorne an, und zwar mit der Verkabelung.

Mit und ohne KNX Installation

Heute werde ich mal versuchen, das ganze mit ein paar Bildern zu hinterlegen. Ich halte die Zeichnungen extra einfach. Vielleicht kommt es so schneller rüber. Also fangen wir mal mit einer ganz normalen Installation an: eine Lampe und eine Steckdose.

Standard Elektro Installation

Installation ohne KNX

Von der Sicherung wird direkt eine Steckdose versorgt. Im Zimmer wird verzweigt und die 230V gehen durch den Schalter zur Lampe.

Bei der einfachen Hausinstallation wird oft eine Zuleitung von einer Sicherung zu jedem Raum gezogen. Im diesem Raum zweigt der Elektriker dann die Steckdosen und die Beleuchtung ab. Während die Steckdosen direkt und meist in Reihe versorgt werden. Geht die Zuleitung für das Licht erst zu dem Schalter. Von dort aus geht es dann weiter zur jeweiligen Lampe. So ist sichergestellt das alles versorgt wird und der Arbeitsaufwand minimal ist.  Wird der Schalter umgelegt, leitet er die 230V an die Lampe weiter und diese leuchtet. Natürlich wird alles noch geerdet und manchmal verwendet man auch zwei Sicherungen pro Raum, aber belassen wir es bei dieser einfachen Installation.

Zentrale KNX-Installation

KNX-Installation als Beispiel mit einer Lampe und einer Steckdose

Zumeist gibt es einen zusätzlichen KNX-S chrank, von dem aus die einzelnen Verbraucher mit 230V versorgt werden (blaue Leitung). Die grüne Busleitung muss im Haus zu den Sensoren (Taster) und zu den Aktoren.

Willst du eine KNX-Installation, musst du mehr Leitungen ziehen und wahrscheinlich noch einen zusätzlichen Schrank installieren.  Fangen wir mal mit dem Schrank an. Hier kommen bei der zentralen KNX-Installation die Spannungsversorgung und die Aktoren hinein. Von hier aus werden dann die einzelnen Verbraucher mit 230V versorgt. Ein Aktor hat einen Bus-Anschluss und mehrere Eingänge für die 230V Versorgung. Ich hab hier wieder die Lampe und die Steckdose an eine Sicherung gehangen, das kann man natürlich trennen. Ein Sensor, wie unser Taster in dem Raum, hat nur einen Bus-Anschluss an den die grüne KNX-Busleitung angeschlossen wird.

Die Spannungsversorgung wandelt die 230V Eingangsspannung in eine 30V Ausgangsspannung um und schickt diese durch eine Drossel auf die Leitung. Durch die KNX-Leitung werden die Komponenten mit Spannung versorgt und die KNX-Telegramme (die Befehle) geschickt.

Wie funktioniert das Licht denn nun?

Wird der Taster betätigt, schickt er eine Nachricht auf den Bus „Licht einschalten“. Der Aktor empfängt die Nachricht auf seinem Bus-Anschluss und schaltet den Kanal für die Lampe durch. So kann der Strom von der Sicherung zur Lampe und zurück fließen und die Lampe leuchtet. Genau das gleiche passiert mit der Steckdose wenn die zweite Taste auf dem Taster gedrückt wird.

Viel Spaß mit KNX!

Aktualisiert: 8. Juli 2015

8 Kommentare zu Grundlagen | KNX-Busleitung richtig verlegen

  1. says:

    Hallo, erst mal vielen Dank für alle deine Artikels, sie sind wirklich hilfreich und interessant!,
    Heißt es, dass jeder Aktor, der mit 220V arbeitet eine separate Sicherung haben muss, oder ist es zulässig zwei Aktoren, je nach der Last, zur eine Sicherung anschließen? Ansonst erhöhen sich Kosten noch wegen zusätzlichen Sicherungen bei KNX-Installation.
    Vielen Dank.
    Evgeny

    • Hallo Evgeny,
      du kannst natürlich alle Kanäle eines Aktors an eine Sicherung hängen, je nach Last die daran angeschlossen ist. Die Aktoren sind nur Schalter. In den 17ern hat man ja auch nur eine Sicherung für eine ganze Wohnung genommen. Macht man heute nicht mehr, aber die meisten Schaltaktoren haben die gleiche Anzahl an Eingängen wie Ausgängen, da ist es egal wie du die verkabelst.
      Grüße,
      Damian

  2. says:

    Hallo,
    vielen Dank für die Darstellungen, ich frage mich aber wo sollte man die Sicherungsautomaten am besten hinlegen… Also vor dem KNX Aktor oder zwischen den Verbraucher und dem KNX Aktor ?

    Meiner Meinung nach sollten die Sicherungsautomaten zwischen den Verbraucher und den Aktor liegen, dann kann man z.B. bei einem 12x SchaltAktor die Phaseneingänge mit einer Brücke erledigen bzw. 3×1 Brücke (Phase 1-3) und hat dann nur 3 Kabel reinlaufen (Strom).

    Der Aufbau wäre dann:
    Hauptschalter – > FI -> KNX-Aktor -> Schutzschalter -> Verbraucher

    Eure Anmerkungen wären hier spannend 🙂

    Grüße…

    Tomas

    • Hallo Tomas,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Kannst du deine Idee bitte etwas weiter erläutern? Normalerweise komme ich vom Automaten mit der Phase zum Aktor. Lege eine Brücke auf jeden Ausgang und gehe dann von jedem Ausgang weiter zum Verbraucher. Wie bei einem handelsüblichen Schalter halt. Der Aktor ist dann nichts anderes als z.B. 12 Schalter nebeneinander. Wenn ich nun den Automaten hinter den Aktor legen will. Also zwischen Aktor und Verbraucher, brauche ich einen Automaten pro Verbraucher, oder nicht?

      Grüße,
      Damian

      • says:

        Hallo,

        das mit dem Automaten für jeden Verbraucher wäre korrekt..

        Für mich war es interessant ob es irgendwer so macht..

        Technisch gesehen sehe ich keinen Nachteil, der Preis für einen B16 Automaten ist ja heute geradezu lächerlich.. (2-5 Euro) und zusätzlich würde man so ggf. besser den Stromkreis schützen.

        Eine Absicherung z.B. nur mit 3 Automaten eines 12 x 16/20A Schalt-Aktors (3 Brücken a 4 Kontakte) könnte durchaus zu wenig sein..

        Der Aktor könnte weit über 20Amp auf einmal schalten..

        Zusätzlich ist auf den meisten (allen die ich kenne) Anschlussbildnern von den Aktoren keine Brücke vorgesehen..

        Andererseits ist die Bestückung mit den Brücken und mit (weniger) Automaten vor dem Aktor auch reizvoll.. Man menötigt weniger Automaten und weniger Kabel und das ganze sieht ggf. etwas aufgeräumter aus..

        Alles im allen wohl eine Glaubensfrage… ähnlich dem wie man z.B. einen FI korrekt Anschliesst (von unten ? von oben ?)… 1=Eingang 2=Ausgang usw.. ? Macht wohl jeder anders und beides ist Stromtechnisch OK. Interessant wäre wie es in den grossen Anlagen z.B. eines Hochhauses bzw. Industrieunternehmens aussieht..

        Grüsse aus Hamburg..

        Tomas

  3. says:

    Der Aktor ist dann nichts anderes als z.B. 12 Schalter nebeneinander. Wenn ich nun den Automaten hinter den Aktor legen will

    Der Aktor könnte weit über 20Amp auf einmal schalten..

    Zusätzlich ist auf den meisten (allen die ich kenne) Anschlussbildnern von den Aktoren keine Brücke vorgesehen..

    • Hallo Fabian,
      ein 12-fach Aktor kann im Extremfall 12*16 also 192 Amp schalten. Wenn du mit dem Aktor 12 Steckdosen schaltest und an jede Dose einen 3kw Verbraucher hängst UND alle Verbraucher gleichzeitig einschaltest, wirst du auch bei 12 Automaten ein Problem kriegen 🙂 Egal ob vor, oder hinter dem Aktor. Bei so vielen Verbrauchern, wirst du allerdings auch ohne KNX dein dunkles Wunder erleben ;-). Es werden also immer einige der Ausgänge irgendwo gebrückt. Deshalb hängt man ja die Automaten vor den Aktor, um an einem Automaten mehrere Verbraucher anschliessen zu können.

      Grüße,
      Damian

  4. says:

    Jetzt habe ich mal eine andere Frage:

    gibt es ein Szenario in dem es möglich ist (evtl. durch Austausch des Lichtschalters) die Lampe auf herkömmliche Art (also Schalter gibt Stromkreis direkt frei) PLUS per KNX zu steuern? Ich stelle mir das so vor das der Schalter als „Aktor“ arbeitet und ich eben nur eine KNX Leitung zum Schalter führe, dieser aber nach wie vor ohne zutun des KNX Systems arbeiten kann…

    Somit könnte meine vorhandene Verkabelung bleiben (Bis auf die Busleitung natürlich die nachgerüstet werden würde)

    Grüße
    Michael

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